Das Enneagramm
Neben den Evolutionsprozessen innerhalb der Entwicklungsspirale, die durch das Vier-Quadranten-Modell und die Spiral Dynamics dargestellt werden, existieren verschiedene in der Psychologie entwickelte Typenlehren, wie z. B. die von C. G. Jung beschriebenen Typen und deren Abwandlungen, die Typen nach Kretschmer, die sich am Körperbau orientieren, astrologische Typen oder die Typen des Ayurveda. Alle diese Typenlehren bewegen sich, im Modell der Integralen Theorie gesehen, in horizontaler Ausdehnung auf den verschiedenen Ebenen des vertikalen Modells der Integralen Theorie. Sie führen damit zu einer Erhöhung der Vielfalt von Entwicklungsmöglichkeiten, die sich aus der Multiplikation der vertikalen Ebenen mit der Zahl der möglichen Typen auf jeder Ebene ergibt. Das im Thema dieses Beitrags angesprochene Enneagramm umfasst 9 Typen, die in der Schichtung der Spiral Dynamics zu 9 X 8 = 72 möglichen Typen führen. Diese Typen stellen eine wertvolle Hilfe zur Klärung der persönlichen Entwicklung dar und können Schritte zu Entwicklungen innerhalb der Entwicklungsspirale vorbereiten.
Bei der Typenlehre des Enneagramms handelt es sich um eine spirituelle Methode, die eine sehr alte Geschichte hat und in verschiedenen Traditionen geübt wurde und durch die Entwicklung moderner psychologischer Theorien aktueller denn je ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde sie bereits im ausgehenden Mittelalter von einigen Sufi-Bruderschaften angewandt und wird in neuerer Zeit auch im Bereich christlicher Praxis gepflegt. Auf Grund seiner weiten Verbreitung gibt es viele Beschreibungen seiner Struktur und Anwendung sowie Erfahrungsberichte, so dass es sich erübrigt, an dieser Stelle hierauf näher einzugehen. Statt dessen verweise ich auf den sehr ausführlichen Artikel in der Wikipedia, der als Einstieg in das Thema gut geeignet ist.
In diesem Beitrag kann es nicht um den originären Anwendungsbereich des Enneagramms gehen, da es sich auf die individuelle menschliche Psyche und Geisteshaltung von Menschen bezieht. Diesen Zugang kann und soll das anonyme Internet nicht herstellen. Hier geht es um die Ermittlung von kollektiven Potentialen und die Ableitung von Zusammenhängen in der Systematik des Enneagramms, die für die psychische Situation der Menschen in Deutschland Bedeutung haben. Während die Enneagrammarbeit mit einzelnen Menschen mittels Fragebogen und Schilderung konkreter Situationen eingeleitet wird, bediene ich mich hier der Ermittlung abstrahierender Begriffe als Zeichen. Diese Methode ist verlässlicher, da die Informationsträger das Ergebnis nicht verfälschen können. Die benutzten Wortzeichen werden in einen anderen Kontext verschoben, der ihnen nicht bekannt ist und damit keine unmittelbare Verbindung zwischen Zeichengeber und Bedeutungsebene herstellt (ähnlich einer Blindstudie zur Medikamentenzulassung).
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