Viren
Der monatelange Stillstand des privaten, öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens hat viele Fragen aufgeworfen, die nun – nach Lösen der staatlich verfügten Ausbremsung – in einem entspannteren gesellschaftlichen Klima gestellt werden können. Im Vordergrund stehen Fragen der Verhältnismäßigkeit der Eingriffe in die Grundrechte und die Suche nach möglichen Alternativen zu den angeordneten Schutzmaßnahmen. In diesem Zusammenhang ist die grundsätzliche Frage in die Diskussion gekommen, ob der Schutz des Lebens und der nach dem Grundgesetz dem Staat aufgegebene Schutz der körperlichen Unversehrtheit gegen andere Grundrechte abgewogen werden kann. Von der Beantwortung dieser Frage hängt die Wahl von Lösungsansätzen ab, ob sie etwa in Richtung einer möglichst baldigen Herdenimmunität zu suchen sind und hiermit auch den Schutz von besonders gefährdeten Personen auf einem geringeren Niveau ansetzen kann. Die bisher zur Begründung der Maßnahmen von den medizinischen Facheinrichtungen und den Regierungen vertretene Zielrichtung wurde als Sorge für besonders gefährdete Personengruppen in Verbindung mit der für alle Eventualitäten vorzuhaltende medizinische Notversorgung angegeben. Bei der Einschätzung, wieviel Vorsorge hierfür zu treffen ist, spielten auch immer die mangelhaften Kenntnisse über die genaue Art der Krankheit, die von dem neuen Erreger verursacht wird, eine Rolle, so dass die Bemessung von Intensivpflegebetten und Beatmungskapazitäten am Optimum des Möglichen – auch unter dem Eindruck der katastrophalen Entwicklungen in Italien, USA und anderen Ländern – orientiert war.
Soweit die Zusammenfassung des bisherigen Konzepts. Durch die weitgehende Rücknahme der Einschränkungen des Alltags-, Feiertags- und Arbeitslebens ist nun ein Zeitpunkt erreicht, an dem eine Zwischenbilanz gezogen werden muss, um den weiteren Kurs des Pandemie-Managements zu bestimmen. Hierzu werde ich nachfolgend einige Grafiken vorstellen, die den Verlauf der letzten Monate aus der Perspektive der betroffenen Menschen ersichtlich machen. Hierzu bediene ich mich der Möglichkeiten des Internets und der Spiral Dynamics sowie der Integralen Theorie nach Ken Wilber.
Zunächst gebe ich einen Überblick über die besondere Art der Bedrohung in Form des Virus und warum sowenig über die Krankheit COVID-19 bekannt ist. In der nebenstehenden Darstellung ist die Veröffentlichungsgeschichte zur Erforschung der wichtigsten Infektionsursachen als dargestellt. In der oberen Hälfte ist ein Zeitschnitt über die lange Periode von 1860 bis heute und in der unteren Hälfte als Abschnitt für den Verlauf der Virenliteratur seit etwa 1935 dargestellt. Es ist erkennbar, dass die Erforschung der bakteriellen Erkrankungen mit der Begründung der Zellularpathologie durch den Berliner Arzt Rudolf Virchow im Jahre 1855 begann und einen schnellen Aufstieg nahm, der wesentlich durch den Arzt Robert Koch mitgetragen wurde und nach seinem Tod abflachte. Die Entwicklung des Salvarsans war 1912 ein Medikament gegen den Syphiliserreger auf dem Markt und in den 1930er Jahren kamen die Sulfonamide in Gebrauch, und gegen Ende des zweiten Weltkriegs gelang die Anwendung des Penicillins zur Behandlung bakterieller Erkrankungen. Entscheidend für den relativ zum Beginn der modernen Medizin frühen Erfolg bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen war der Umstand, dass ihre Verursacher unter dem Lichtmikroskop erkennbar sind. Daneben blieben jedoch eine große Zahl von Krankheiten, für die keine Erreger zu sehen waren. Ihr Verlauf ließ jedoch erkennen, dass sie durch Infektion hervorgerufen wurden.
Die frühe Geschichte der Viruserkrankungen ist eine Geschichte ihrer Krankheiten, insbesondere der Pocken, die verheerende Epidemien mit vielen Toten erzeugte. Ihr Erreger – obwohl ein Virus – konnte aufgrund seiner Größe noch gerade unter verbesserten Lichtmikroskopen gesehen werden, so dass die Existenz von Viren als eigenständige Erregerart gesichert war. Eine systematische Virenforschung konnte jedoch erst seit den 1930er Jahren mit Hilfe des in dieser Zeit erfundenen Elektronenmikroskops beginnen. Zu diesem Zeitpunkt wird der erste Anstieg der Viruskurve in der Grafik sichtbar. Die erste verbindliche Definition der Viren erfolgte erst 1957 durch den französischen Serologen André Lwoff. Er nannte fünf Charakteristika, die Viren gegenüber anderen Mikroorganismen abgrenzen sollten:
- Viren enthalten nur DNS oder RNS,
- Viren reproduzieren sich nur durch ihre Nukleinsäuren (nicht durch Teilung),
- kein Wachstum in der extrazellulären Ruhephase (außerhalb der Wirtszelle),
- keine Stoffwechselenzyme,
- Replikation durch Ribosomen der Wirtszellen.
Aufgrund dieser Merkmale wurden Viren – im Gegensatz zu Bakterien – nicht als Lebewesen eingestuft. Im Laufe der fortschreitenden Forschung über Viren wurde die Welt der Viren als so vielfältig erkannt, dass manche Forscher Zweifel an dieser Einstufung anmeldeten. Eine besondere Schwierigkeit ergab sich daraus, dass mit dem Ausschluss der Lebenseigenschaft bestimmte Grundannahmen verbunden sind, die eine chemische und biologische Handhabung der Viren erschweren. Hinzu kommt das Interesse an den Viren von Forschern vieler verschiedener Fachrichtungen, die spezifische Voreingenommenheiten mitbringen.
Nach dem heutigen Stand der Forschung sind zwei wesentliche Feststellungen zu beachten: Viren sind sehr variabel, sie sind nahezu überall in gigantischer Zahl vorhanden, und sie besitzen eine große Fähigkeit, neue Formen hervorzubringen. Virale Infektionen können zwar oft lebenslange Immunität gegenüber dem jeweiligen Erreger verleihen, etwa im Fall der Masern. Bei Grippeviren ist das jedoch anders: Sie mutieren häufig und treten daher von Jahr zu Jahr in neuen Varianten auf. Impfstoffe müssen deshalb von Jahr zu Jahr angepasst werden und die Impfung muss jährlich wiederholt werden. Wie sich das neue Coronavirus in dieser Hinsicht verhält ist nicht bekannt.
Die Corona-Pandemie
Seit dem Herbst des Jahres 2019 hatte sich von der chinesischen Stadt Wuhan aus eine infektiöse Krankheit ausgebreitet, die grippeähnliche Symptome erzeugte, sich aber bald durch Inkubationszeit und Verlauf deutlich von der Influenza abgrenzte. Wie sich herausstellte war es ein viraler Erreger, der große Ähnlichkeit mit dem SARS-Virus aufweist, das im Jahr 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong entdeckt wurde. Anders als dieser Erreger breitete sich das neue Virus schnell aus und sorgte in Wuhan für katastrophale Überforderung der vorhandenen Gesundheits-Infrastruktur. Durch die zentrale Rolle, die China in den Lieferketten der wirtschaftlichen Globalisierung einnimmt, wurde die neue Krankheit COVID-19 schon bald nach Europa und in die USA verschleppt und breitete sich dort rasch aus. Am 11. März war die Verbreitung der Krankheit soweit fortgeschritten, dass die WHO sich gezwungen sah, eine Pandemie auszurufen. Daraufhin wurden zunächst in Europa seuchenrechtliche Maßnahmen getroffen, die viele grundlegende Bürgerrechte und Grundrechte außer Kraft setzten oder beschränkten.
Die in Deutschland getroffenen Beschränkungen durch Kontaktverbote – national und international – haben zwar zu einer Stagnation der Infektionszahlen und der Todeszahlen geführt, jedoch sagt diese Entwicklung nur wenig über die Gefahren aus, die auf medizinischer Seite fortbestehen.
Nachfolgend werde ich einen Überblick geben, wie sich die Pandemie und ihre Bekämpfung in Deutschland auf die Wertewelten und die Bewusstseinsentwicklung der Menschen bisher ausgewirkt haben.
In der links abgebildeten Grafik sind die Einflüsse der Pandemie auf die Veröffentlichungen in den Printmedien im Spiegel der WMem-Entwicklungen der Spiral Dynamics dargestellt. Die Reaktionen der Wertesysteme spielen sich nahezu ausschließlich in den WMemen Orange, Grün und Blau ab. In der oberen Hälfte der Grafik ist eine direkte Ansprache des Coronavirus zugrunde gelegt, in der unteren Hälfte das Gesamtfeld schriftlicher Äußerungen. Es sind deutliche Unterschiede zu sehen, die zunächst die Rolle von Blau betreffen, das am Beginn der Ausbreitung von COVID-19 in der oberen Hälfte auf einen sehr niedrigen Wert absank und in der unteren Hälfte der Grafik über die gesamte Zeit auf sehr niedrigem Niveau verlief. Der Austausch der Werthaltungen spielte sich nahezu ausschließlich zwischen Orange und Grün ab, d. h. zwischen den in westlichen Demokratien dominierenden Kräften auf der Basis individueller Freiheiten und sozial-ökologisch orientierten Alternativen. Bis zur Ausrufung der Pandemie durch die WHO ist in der direkten Ansprache des Coronavirus ein deutlicher Anstieg des freiheitlichen Weges zur Vermeidung von Erkrankungen durch das Virus zu erkennen, der sich in Vergleichen mit einer „leichten Grippe“ und entsprechenden individuellen Schutzmaßnahmen erschöpfte. Mahnende Stimmen aus Blau und in sehr schwachem Maße aus Grün hatten angesichts der Situation in Deutschland bis zur Änderung des Bedrohungsstatus durch die WHO keine Chance.
Seit Anfang bis Mitte März – am 11. März rief die WHO die Pandemie aus – änderten sich sowohl in der oberen wie in der unteren Hälfte der Grafik die Kurvenverläufe – Orange brach ein und Grün stieg an. Innerhalb der zweiten Märzhälfte vollzog sich ein Wertewandel, der das ganze Land von orangener Normalität in grün gefärbte Zwangshaltung versetzte. Es ist jedoch auch erkennbar – in der oberen Hälfte wie in der unteren Hälfte- , dass dieser Modus bereits in den ersten Wochen von der starken Hoffnung auf Rückkehr in die alten Gewohnheiten hingenommen und ertragen wurde. Besonders bemerkenswert ist an diesen Prozessen das absolute Stummsein von Blau, dass seine Entsprechung in dem weitgehenden Zurücktreten der politisch Verantwortlichen hinter die Ratgeber aus den Wissenschaften hatte.
Nach diesem Blick auf die von den Printmedien gewonnenen Eindrücke folgt der Versuch, die Werthaltungen der Zivilgesellschaft abzubilden. Die Vorgehensweise ist hier analog zu der oben beschriebenen Vergleichsmethode, mit dem Unterschied, dass als Quelle die Suche in Internetblogs diente.
Hier zeigt sich eine Synchronizität zwischen oberer und unterer Hälfte der Grafik bezüglich der Bedeutung von Orange gegenüber Blau und Grün. Die Muster der Kurvenverläufe unterscheiden sich ebenfalls gravierend von dem Bild in Grafik 2. Grün und Blau verlaufen im direkten Bezug zur Pandemie bis Ende März im vierzehntägigen Rhythmus um einen gemeinsamen Trend herum, der in der Summe dieser beiden WMeme einen kontinuierlichen Gleichstand ergibt. Dieses Ergebnis kommt durch unmittelbaren Austausch der Gewichte zwischen Blau (traditionelle Organisationseinheiten der Gesellschaft) und Grün (sozial und ökologisch orientierte Kräfte in der Fortentwicklung der Gesellschaft) zustande. Diese gegenseitige Kontrolle bedeutet weitgehende Einigkeit in der Zielrichtung, bei Abweichungen im Detail zwischen Blau und Grün. Letzteres bezieht sich auf die zu ergreifenden Maßnahmen ersteres auf die Sicherung des Status quo im Hinblick auf die gesellschaftliche Bedeutung, die nur durch den Einbruch von Orange kurzzeitig unterbrochen wurde, als der in Orange herrschende Optimismus einer neuen Perspektive solidarischen Handelns in Grün Raum geben musste. Zu einem von Grün unabhängigen Einbruch bei Blau kam es Ende April durch kurzzeitig anwachsendes Rot. Hierin kündigten sich gewaltbereite Widerstände gegen staatlich verordneten Beschränkungen wegen der Pandemie an. Die Gesamtsituation, die sich aus der oberen Hälfte ablesen läßt, ermöglichte im Hinblick auf die Bekämpfung von COVID-19 einen erfolgreichen Weg, der sich an einem deutlichen Anstieg des Trends in Orange zeigt.
Die für die obere Hälfte erläuterten Prozesse finden sich in abgeschwächter Form in der unteren Hälfte wieder. Jedoch stellt sich Grün hier gegenüber Blau etwas stärker dar, d. h. die aus Grün gesetzten Impulse im Bezug auf die Pandemie haben hohe Überzeugungskraft in der Breite der Gesellschaft entfaltet, die zu einem stärkeren Einfluss gegenüber Blau führt. Anders als in der oberen Hälfte zeigt hier der Trend von Orange eine langsam abnehmende Tendenz, in der sich insbesondere zu erwartende Einbußen in der Volkswirtschaft ausdrücken.
Aus den beschriebenen Kurvenverläufen ist abzulesen, dass die aktiven und spontan reagierenden WMeme jene sind, die kollektiv durch kulturelle und soziale Gemeinsamkeiten charakterisiert werden können. Dieser Aspekt kann etwas genauer betrachtet werden, wenn die Anteile der Quadranten nach der Integralen Theorie von Ken Wilber dargestellt werden. In Grafik 4 sind nach dem bereits erläuterten Schema die beiden linken Quadranten oben links (ICH) und unten links (WIR) von den beiden zusammengefassten Quadranten der rechten Seite getrennt dargestellt. Hier wurde im Unterschied zu den Wertememen auf eine gesonderte Darstellung der direkten Ansprache des Coronavirus verzichtet. Die obere Hälfte der Grafik stellt das Bild der Printmedien dar, die untere Hälfte ergibt ein Bild der Zivilgesellschaft. Es zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen veröffentlichter Meinung der Presse und öffentlicher Meinung. In ersterer dominiert die individuelle Sicht der Dinge, bezüglich der öffentlichen Meinung liegen individuelle Sicht des ICH und objektivierende (wissenschaftliche) Sicht etwa gleich auf. Die kollektive Sicht des WIR verläuft in der oberen Hälfte geradliniger als in der unteren Hälfte. Das gilt auch bezüglich der anderen beiden Linienzüge. Insgesamt beschreiben die Linienzüge der unteren Hälfte zwei flach gestreckte Bögen, die um eine Achse gespiegelt sind. Am rechten Ende treffen sich alle Quadranten in einem Punkt, der die weitgehende Rücknahme der aufgrund der Pandemie erlassenen Beschränkungen markiert. Den empfindlicheren Anteil an diesem Bild hat das Kultur repräsentierende WIR, das bereits relativ früh beginnt, sich gegen ES und ICH zu behaupten.
Es wird deutlich, dass die hinter den Maßnahmen und ihren Diskussionen in der Pandemie stehende Systemfrage, ob westliche Demokratien einen humaneren Weg aus der Krise garantieren können als ein chinesisches System mit kollektivem Anspruch, nur sehr differenziert beurteilt werden kann. Aus den Darstellungen der WMeme ist ersichtlich, dass die bisherige Entwicklung in der Pandemie durch Maßnahmen auf Sicht, die den Bewegungen eines Segelschiffs gegen den Wind (kreuzen) ähneln, zu einem Verlust der systemischen Effizienz durch schwächer werdendes Orange führt und auf lange Sicht zu einem Legitimationsverlust des westlichen Systems führen können. Damit wäre nicht zwangsläufig die Demokratie diskreditiert, sondern ihre Anbindung an eine extreme Form des Individualismus und des Kapitalismus. Gleiches gilt für die chinesische Form des Staatskapitalismus in Verbindung mit Gelenkter Volkswirtschaft, die sich mit einem autokratisch gelenkten Regime unter dem traditionellen Anspruch, dem Gemeinwesen zu dienen, in den Dienst der chinesischen Kultur gestellt hat. Diese These sollen abschließend zwei Grafiken untermauern, die den Einfluss der Pandemie auf die Wertewelten und Quadranten in China darstellen.
In Grafik 5 ist links der Einfluss der Pandemie unter direkter Ansprache der Pandemie zu sehen, die mit dem Gesamtwert rechts verglichen werden kann. Hier sind deutliche Einflüsse bei Grün, Rot, Türkis und Gelb, in geringem Maß auch bei Purpur, zu sehen. Dieses Bild entspricht dem Selbstbild der chinesischen Regierung als legitime Hüterin universeller Sittengesetze, die sich in der fünftausend Jahre währenden kulturellen Kontinuität erhalten haben und auf deren Grundlage „eine umfassende, koordinierte und nachhaltige Entwicklung“ stattfinden solle. Ziel der sittlichen Ordnung ist die Herstellung von Harmonie zwischen Yin und Yang sowie den fünf Elementen. Das bedeute „den Aufbau von Wirtschaft, Politik, Kultur, Gesellschaft und einer ökologischen Kultur … die Modernisierung aller Bereiche und die Koordination aller Aspekte zu fördern.“ (Quelle: Weißbuch auf german.china.org.cn). Hierin kommt eine von westlichen Vorstellungen grundlegend verschiedene Weltsicht zum Vorschein, die sich auch in der Werteordnung niederschlagen muss. Ohne an dieser Stelle auf die Darstellung dieser chinesisch-asiatischen Wertvorstellungen im einzelnen einzugehen, muss die Grafik als Hinweis darauf dienen, dass ein unmittelbarer Vergleich der Systeme West und Ost – wie er am Beispiel der derzeitigen Pandemie versucht wird – nicht angebracht ist, nicht zuletzt auch deshalb, weil die aus Pragmatismus heraus ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen sich tendenziell gleicher Mittel bedienen, wie sie in stringenterer Weise in China durchgeführt wurden.
Der Vollständigkeit halber wird auch für China die Gewichtung der Quadranten dargestellt. Die Säulengrafik zeigt in rot die direkte Ansprache des Coronavirus und in blau das Gesamtbild. Im Vergleich von ICH und WIR gibt es im Gesamtbild ein deutliches Übergewicht von ICH, das sich unter dem Einfluss der Coronapandemie dem WIR annähert. Hierin kann die Verstärkung der Staatlichen Maßnahmen zur Herstellung der Ordnung gesehen werden. Im Unterschied zu westlichen Verhältnissen spielen objektivierte Äußerungen in der ES-Form, die auf rationale Begründungen hinweisen, eine untergeordnete Rolle. Wie in Deutschland hat jedoch auch in China eine geringfügige Bedeutungszunahme von rationalen Begründungen stattgefunden. In welcher Form das stattgefunden hat, kann nicht aus den vorliegenden Daten gesagt werden, für Deutschland hat sie für jeden wahrnehmbar durch die neue Rolle von Wissenschaftlern in den Medien stattgefunden.
Grundsätzlich ist zu dem Quadrantenbild anzumerken, dass dieses nicht mit der Gewichtung von Ich und Wir übereinstimmt, die sich aus den individuellen und kollektiven WMemen ergibt. Eine mögliche Begründung kann die von westlichen Wortbedeutungen stark abweichende Bedeutung der Schriftzeichen sein, die mangels Kenntnissen von mir nicht beurteilt werden kann.