In welcher Krise leben wir?

„Es gibt einen chinesischen Fluch, der da lautet: ‚Möge er in interessanten Zeiten leben!‘ Ob wir es wollen oder nicht – wir leben in interessanten Zeiten…“

Robert F. Kennedy, Day of information Address

Kein Zweifel: Die Menschen leben in interessanten Zeiten. Eine Differenzierung globaler und nationaler Entwicklungen in steuerbaren Teilsegmenten menschlicher Einflussnahme auf die Welt wird durch die Kumulation verschiedener katastrophischer Entwicklungen nahezu unmöglich gemacht, d. h. ein reduktionistisches Betrachten nach wissenschaftlichen Maßstäben ist nicht mehr zielführend und in eine Akzeptanzkrise geraten, die von unterschiedlichen politischen Kräften für den Ausbau ihrer jeweiligen Machtanteile genutzt werden. In dieser Situation kommt es aber gerade auf die von der Menschheit entwickelten Entscheidungsstrukturen an, die als einzige legitimiert sind, diese Situation zu regulieren.

Der am Beginn des 21. Jahrhunderts auf breiter Front sichtbar gewordene Krisenmodus, wird durch  widerstreitende Wertesysteme bestimmt, die sich durch verschiedene Subkrisen ausdrücken: Weltfinanzkrise, Klimawandel, EU- und Eurokrise, Demokratiekrise, Familienkrise, Glaubenskrise und die alles durchdringende Sinnkrise des postmodernen Zeitalters haben die Menschen durch nahezu täglich verbreitete Nachrichten über katastrophale Ereignisse verunsichert und verängstigt. Mit der gegenwärtigen Corona-Krise sind diese Ängste nun für nahezu alle Menschen zu unmittelbaren Realitäten geworden. Neben den weitreichenden Beschränkungen, die uns allen zum Schutz der Gesundheit und des Lebens auferlegt sind, bestehen die anderen Krisen fort, und sie verschlimmern sich durch die neue Krise noch. Hatte bereits die empfundene Gefahr durch Flüchtlinge, Klimawandel und Verlust des erarbeiteten Wohlstands zu einer Art Bunkermentalität geführt, so ist nun eine Resignation zu befürchten, die das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern auf eine Belastungsprobe stellt.

Nachfolgend möchte ich den Versuch unternehmen, die unübersichtliche globale Situation auf der Ebene gesellschaftlicher Problemkreise und Werthaltungen mit Hilfe der Integralen Theorie und der Methode der Spiral Dynamics grob zu strukturieren.Dabei werde ich mich aus methodischen Gründen (Sprache und Aufwand) weitgehend auf die Wahrnehmung aus deutscher Sicht beschränken müssen. Es soll jedoch in jedem Fall ein Hinweis von dieser Darstellung darauf  ausgehen, welche Probleme und Wertungen von den politischen Entscheidungsträgern in den Blick genommen werden müssen.

Gafik 1

Zunächst gebe ich einen Überblick über die globalen Einflüsse, die von der Corona-Pandemie auf die Wertewelten ausgehen. Die Abfragen im Internet erfolgten in Englisch und können deshalb als Ergebnis für die Bevölkerungsschichten mit guter Schulbildung qualifiziert werden.

Der Vergleich der beiden Säulendiagramme lässt erkennen, dass von der Corona-Pandemie  eine Verschiebung der Werthaltungen von Orange nach Blau erfolgt, d. h. die individuelle Entfaltung nach den Maßstäben des westlichen Menschenbildes und dem konsequenten Einsatz wissenschaftlicher und technischer Mittel wird gehemmt und die traditionellen Werte und Ordnungsstrukturen treten stärker in Aktion. Das beinhaltet u. a. die Unterordnung des Einzelinteresses unter das Interesse der Allgemeinheit, wie es für die Maßnahmen der Pandemie mit Kontakt- und Ausgangssperren typisch ist. Darüber hinaus treten auch die Wertewelten der 2. Ordnung (Gelb und Türkis) und Grün zurück. Besonders zu betonen ist die Beschneidung von Rot, das den Einfluss von exzentrischen und machtvollen Querdenkern einschränkt.

Grafik 2

In der nebenstehenden Grafik wird der weitergehende Versuch unternommen, die Beeinflussung der Wertewelten für ausgewählte Regionen der Erde darzustellen. Auch hier ist zu berücksichtigen, dass die Abfrage im Internet in Englisch erfolgen musste und keine landesspizifischen Ergebnisse erzielt werden. Ausnahmen bilden jene Länder, in denen Englisch Mutter- und/oder Amtssprache ist. Das Gesamtbild ist durch Orange bestimmt und drückt damit die weitgehende Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen aus, die durch die neuzeitlich in Europa begonnene Entwicklung beeinflusst ist. Ausnahmen bilden Brasilien und Russland. Diese Länder stehen unter starkem Einfluss von Blau.

In der folgenden Grafik ist die Entwicklung der Wertewelten für Deutschland über die Zeit von 2010 bis 2019 dargestellt.

Grafik 3

Hier ist gegenüber der globalen Situation die starke Ausprägung von Orange gegenüber Blau über das letzte Jahrzehnt zu sehen. Gleichzeitig ist das Verhältnis der Antagonisten Blau und Grün zueinander gänzlich verschieden vom globalen Bild. Für Deutschland ist eine weitgehende Angleichung dieser Wertewelten feststellbar, wobei eine Tendenz zu einem moderaten Übergewicht von Blau besteht. Hierin drückt sich das deutsche Modell der sozialen Marktwirtschaft aus, das als typisch deutsche Errungenschaft von den maßgeblichen Politikern der Nachkriegszeit zum Programm erhoben wurde.

Grafik 4

Grafik 5

Grafik 6

Unter Bedingungen der Pandemie hat sich die Situation in den Wertewelten nur geringfügig verändert, indem Blau und Grün zu Lasten von Orange zum Ausgleich gekommen sind. In diesen Verhältnissen haben – wie die nächste Grafik zeigt – die GRÜNEN die größte Zustimmung. Dabei ist zwischen der Programmatik der Partei und dem Bild , das ihre Wähler, Sympathisanten und Beobachter von ihr haben an dieser Stelle nicht zu unterscheiden. Diese Einschränkung gilt prinzipiell auch für die anderen Parteien. Dieses Dilemma gilt andererseits auch für die Parteien, die mittelfristig nicht gegen das in der Öffentlichkeit bestehende Bild ihrer politischen Zielsetzungen agieren können.

Der Vergleich zwischen dem Bild von 2017 und dem aktuellen Bild in der Corona-Krise zeigt als auffälligste Veränderung einen Wechsel in dem Verhältnis von Blau und Grün. Das gilt in unterschiedlichem Maße für CDU, SPD, GRÜNE, FDP und LInke. Die einzige Ausnahme unter den im Bundestag vertretenen Parteien bildet die AfD, bei der sich die Verhältnisse der Wertesysteme zueinander nicht grundlegend verändert haben. Herausstechendster Unterschied ist hier der Abstand von Grün zu Blau, der sich deutlich vergrößert hat. Sehr bemerkenswert ist eine Sonderrolle, in der sich die LINKE befindet. Sie stellt bezüglich des Verhältnisses von Blau zu Grün ein Spiegelbild zu den anderen Parteien mit Außnahme der AfD dar. Bei der LINKEN ist eine Verlagerung der Anteile von Orange nach Blau festzustellen. Hierdurch wird Blau im Verhältnis zu Grün dominierend. Abgesehen von der grundlegenden Umkehr des Verhältnisses von Blau zu Grün sind deutliche Verschiebungen im Anteil von Orange bei FDP, Linke, CDU und SPD festzustellen.

Eine derart drastische Bewegung in den Werteprofilen der „staatstragenden Parteien“ zeigt den starken Einfluss der öffentlichen Meinung hierauf an. Dafür spricht auch die strukturelle Stabilität der AfD, die sich kaum verändert. Es zeigt sich jedoch auch die Tragweite der durch die Pandemie erfolgten Einschnitte in das Leben der Menschen, wie es in diesem Projekt noch nicht gesehen wurde.

Grafik 7

In dem nebenstehenden Längsschnitt der Wertesysteme über die Zeit von Anfang Februar bis Anfang Mai ist die aus den Printmedien abgeleitete Wertewelt dargestellt. In dem unteren Verlauf ist der Einfluss des Pandemie-Themas innerhalb des Gesamtbildes von Deutschland ablesbar, im oberen Verlauf zum Vergleich der direkte Einfluss der Pandemie ohne seine indirekten Wirkungen auf die Gesamtsituation. In der unteren Darstellung ergibt sich ein geglätteter Verlauf, in der oberen Darstellung sind die Impulse ablesbar, die von dem Pandemie-Thema auf die Gesamtsituation ausgehen. Es zeigt sich hinsichtlich Orange und Grün Übereinstimmung, jedoch hinsichtlich Blau in der oberen Darstellung ein großer Einfluss am Beginn, der sich rasch abbaut und durch  anwachsendes Orange abgelöst wird. Hierbei ist interessant, dass in dem unteren Verlauf bereits Verhältnisse dargestellt sind, die ohne die direkten Impulse der oberen Darstellung zustande gekommen sind. Die Anbindung des Themas „Pandemie“ an die deutsche Wirtschaft hat also mit einer Verzögerung  stattgefunden, die mit dem weitgehenden Rückzug des Staates als bestimmender Kraft und dem Übergang auf ein reduziertes Niveau zusammenfällt.  Der ab Mitte März erfolgte Rückgang von Orange wird durch ansteigendes Grün kompensiert. Der Austausch zwischen Orange und Grün ist entgegen der zu erwartenden Beziehungen zwischen Blau und Grün charakteristisch für eine abnormale Situation.

Grafik 8

Dem aus den Printmedien erzeugten Bild steht das aus den Internetblogs gewonnene Bild der Grafik 8 gegenüber. Zum besseren Vergleich sind hier die Impulse der Grafik 7 in dem unteren Verlauf der Grafik dargestellt. Im Unterschied zu Grafik 7 ist ein gestreckter Verlauf des Linienzugs von Orange zu sehen der ein Gegenbild zur Darstellung der Printmedien darstellt und deutlich werden lässt, dass es zwei grundlegend unterschiedliche Sichtweisen auf die Auswirkungen der Pandemie bezüglich Orange gibt. Was in der veröffentlichten Meinung als erfolgreiches Management der Krise dargestellt wir, stellt sich in den Internetblogs als Einschränkung individueller Freiheiten dar. Auch die unstimmige Beziehung zwischen Blau und Grün ist im oberen Verlauf der Grafik 8 in die natürliche Ordnung der Entwicklungsspirale gebracht.

Grafik 9

In den folgenden Grafiken werden Einrichtungen von allgemeiner Bedeutung betrachtet. Ausschlaggebendes Kriterium ist die Häufigkeit von „Problemen„, die im Zusammenhang mit den diese Einrichtungen kennzeichnenden Begriffen auftreten. Grafik 9 stellt ein differenziertes Tablaeau dar, das in Grafik 10 zu Bereichen zusammengefasst wird.

Aus diesen Ergebnissen lassen sich die konkreten Einschränkungen durch den Lockdown (oder Shutdown) im Alltag der Betroffenen abschätzen. Mit Abstand die größten Probleme treten im Bezug auf die Krankenkassen auf. Dahinter stehen in jedem Fall finanzielle Aspekte der Gesundheitsbelastungen, die nicht allein durch die Pandemie hervorgerufen sein müssen, jedoch durch diese wesentlich verschärft wurden. Denkbarste und am naheliegendste Ursache ist die Ablehnung der Kosten für die Durchführung von Corona-Tests (rki.de Diagnostik), die zum Ausschluss dieser Krankheit bei grippeähnlichen Symptomen in der Regel nicht durchgeführt werden, obwohl in den Medien immer wieder die Durchführung der Tests von Medizinern als notwendig  angemahnt wurde und wird. Dieser Mangel hat vermutlich wesentlichen Anteil an der weitverbreiteten Einstellung zu COVID-19, dass es sich für die unbelasteten jüngeren Menschen um keine ernste Erkrankung handelt.

Als Wirtschaftsbereich, der den Einflüssen der Marktwirtschaft unterliegt, ist die Reisebranche von den häufigsten Problemen betroffen. Diese Branche ist auf der Nachfrageseite wie auf der Angebotsseite durch eine Totalblockade betroffen, die erhebliche staatliche Stützungsmaßnahmen zum Erhalt einer Grundstruktur erforderlich macht. Die Auswirkungen der Pandemie im einzelnen aufzuführen, ist hier nicht der Platz. Es soll lediglich darauf hingewiesen werden, dass die Auswirkungen von den internationalen politischen Beziehungen bis zu den Besuchen bei Verwandten und Freunden in einer anderen Stadt reichen und die verfassungsmäßig verbrieften Rechte der Menschen auf Freizügigkeit einschränken.

Krankenhaus, Restaurant und Internethandel sind nach der in Grafik 9 dargestellten Erhebung in gleichem Maße von Problemen betroffen. Die Krankenhäuser stehen im Zentrum der politischen Strategie zur Beherrschung der Pandemie. An ihren intensivmedizinischen Kapazitäten werden die erforderlichen Maßnahmen zur Beschränkung des Lebens ausgerichtet. In Deutschland ist es nach den veröffentlichten Berichten zu keinen Problemen in der Krankenhausversorgung von Coronakranken gekommen, wohl aber in der Krankenhausbehandlung anderer schwerer Krankheiten, z. B. durch Verschiebung von Operationen. Wie die Reisebranche wurde auch das Gastronomiegewerbe vollständig „abgeschaltet„, so dass auch hier viele akute Existenzgefährdungen zu erwarten sind. Anders jedoch der Internethandel. Er hat von den Einschränkungen der Pandemie profitiert. Die Probleme hat nicht er, sondern der stationäre Einzelhandel, der ebenfalls, soweit er als Ladenhandel betrieben wurde, ausgeschaltet wurde und seine Existenzbedrohung als Wachstum des Internethandels – und damit als Problem – darstellt. Nahezu auf gleichem Niveau liegen auch die Problemhäufungen des Einzelhandels selber, die in dem genannten Sinn als sich ergänzende Nennungen anzusehen sind.

In Verbindung mit der Reisebranche ist der Verkehr zu betrachten. Als Einzelaspekt der Reise wird er von dieser stark beeinflusst. Darüber hinaus stellt er jedoch ein Maß für die Bewegungsfreiheit der Menschen insgesamt dar. Seine Problemhäufigkeit liegt auf dem Niveau des Einzelhandels und ist als gravierend zu bezeichnen. Seine Einschränkung war in der Zeit des strengen Shutdowns nicht durch die Einschränkung des Verkehrs selber – mit Ausnahme des Schiffs– und Flugverkehrs – gegeben, sondern als indirekte Folgen von Betriebsschließungen, Home Office und Schulschließungen, um nur die wichtigsten zu nennen. Der weitgehende Zusammenbruch der internationalen Lieferketten hat den Betrieb vieler produzierender Unternehmen zum Erliegen gebracht und so den LKW– und Berufsverkehr von den Straßen verbannt, so dass sich lärmgeplagte Anwohner sonst vielbefahrener Straßen für einige Wochen unbeschwert ausschlafen konnten.

Grafik 10

Durch die Zusammenfassung zu Wirtschaftsbereichen relativieren sich die in Grafik 10 dargestellten Einzelprobleme und die Krankenkassen belegen hinter dem Tourismus den zweiten Platz. Nahezu gleichauf mit den Krankenkassen erscheint der Handel, in dem der Internethandel als indirekte Problemäußerung des Handels gewertet wird. Der für die Bekämpfung der COVID-19-Krankheit selbst überaus wichtige Bereich der Pflege erscheint gegenüber diesen Bereichen erst im Mittelfeld. Es bestätigt sich hierin der allgemeine Eindruck, dass weniger der medizinische Aspekt der Krankheit als Problem angesehen wird, als vielmehr die Einschränkungen des Lebens durch die Seuchenbekämpfung. Hierin drückt sich auch die bereits oben festgestellte Diskrepanz zwischen veröffentlichter Meinung und Information in den Printmedien gegenüber in Internetblogs reflektierten Äußerungen aus.

Die geringsten Probleme entstehen offensichtlich im Bereich der Universitäten und bei den Arbeitgebern, bzw. den Arbeitnehmern als deren Widerpart. Ursachen sind hier die Möglichkeiten, die das Internet in der Anwendung als Home Office und die gesetzlichen Maßnahmen zur Erhaltung von Arbeitsplätzen durch Kurzarbeitergeld bieten. Im unteren Bereich liegen auch Kulturaktivitäten, Produktionsbetriebe, Erziehung und Restaurants. Bezüglich Kultur und Restaurants kommt hier zum Ausdruck, dass es sich offensichtlich um Bereiche handelt, auf die Mensch am ehesten verzichten kann – und an denen der Staat am ehesten Einsparungen vornimmt (nachweisbar bzgl. der Kultur) bzw. nur geringes Interesse hat. Hinsichtlich der Produktion spielt das Prinzip Hoffnung eine große Rolle, da davon ausgegangen wird, dass die Maschinen über kurz oder lang nur wieder angeworfen werden müssen, um mit größerem Ausstoß wieder Gewinne zu erzielen. Dabei spielt das Vertrauen in die Stärken der deutschen Industrie (Autoproduktion, Maschinenbau und Chemie) eine große Rolle. Im Bereich Erziehung werden ebenfalls nur geringe Problemhäufungen festgestellt, obwohl es sich auch hier um einen für die zukünftige Entwicklung maßgeblichen Bereich handelt. Das Ergebnis spiegelt möglicherweise den Einfluss bildungsferner Bevölkerungsschichten wider, die in der Selbstunterrichtung bzw. der Hilfestellung im Homeschooling trotz deren Unmöglichkeit unter den persönlichen Bedingungen kein Problem sehen, da sie den Wert von Bildung niedriger ansetzen als es unter den gesellschaftlichen Bedingungen notwendig wäre. 

Grafik 11

In Grafik 11 sind 17 Einzeleinrichtungen mit ihren Wertewelten aufgeführt. Im Hinblick auf ihre Bedeutung unter den Bedingungen der Pandemie kann die Stärke von Orange als Maßstab zugrunde gelegt werden. Das Bild von Orange spiegelt die Ausprägung der individuellen Stärke in der Anwendung wissenschaftlich-technischen Könnens auf dem Weg zum Erfolg wider. Nachfolgend werden die Bereiche nach ihrer Stärke in fünf Stufen zusammengefasst:

  1. Industrie, Einzelhandel
  2. Handwerk, Arbeitgeber
  3. Restaurant, Hotel, Kino
  4. Krankenkasse, Krankenhaus, Reise, Theater, Altenpflege, Konzert, Universität, Schule, Kita
  5. Internethandel, Verkehr

Es ist hier die Priorität der nichtmedizinischen Grundversorgung und des Erhalts der wirtschaftlichen Grundlage zu erkennen. Noch vor den Gesundheitseinrichtungen und gehobeneren Freizeitangeboten wie Theater und Konzert sowie Bildungseinrichtungen folgen dann jedoch Möglichkeiten zur niederschwelligen Freizeitgestaltung. Am Ende rangieren der Internethandel und der Verkehr, die praktisch nicht von den Pandemieeinschränkungen betroffen sind, soweit es den Individualverkehr betrifft.

Für die Bewertung des bisherigen Ablaufs der Pandemiemaßnahmen ist – auch angesichts der öffentlichen Proteste hiergegen – interessant zu wissen, in welchen Bereichen das höchste Aggressionspotential liegt. Hierzu liste ich nachfolgend die Anteile von Rot in vier Gruppen auf:

  1. Universitäten, Krankenkasse, Altenpflege
  2. Krankenhaus, Theater, Arbeitgeber
  3. Internethandel, Schule, Hotel, Konzert
  4. alle weiteren liegen im Bereich des Grundniveaus

Zu den Universitäten ist der Vorbehalt erforderlich, dass es sich bei den Nennungen zumindest teilweise nicht um Meinungsäußerungen, sondern um veröffentlichte Forschungen handeln kann, die sich auf die in der Öffentlichkeit stattfindenden Proteste beziehen. Das Verhältnis von Blau zu Grün ist bis auf zwei Ausnahmen durch ein meist stark überwiegendes Blau gegenüber Grün gekennzeichnet. Lediglich beim Internethandel ist das Verhältnis nahezu ausgeglichen mit einem leichten Überhang von Blau. Ein umgekehrtes Verhältnis gibt es nur im Bezug auf das Kino. Hier ist ein deutlicher Überhang von Grün zu sehen. Die Ursachen dafür können in dem starken Gruppenverhalten von Cineasten liegen, die in der Wiederbelebung des Autokinos eine Alternative zum konventionellen Kino gefunden haben und so die Beschränkungen der Pandemie zumindest teilweise umgangen haben.

Insgesamt machen die Ergenisse deutlich, dass die Pandemie gesellschaftliche Werthaltungen sichtbar werden lässt, die in den sonst alltäglich stattfindenden Routinen verdeckt bleiben. Hierzu gehören die Bestätigung des Brecht-Zitats „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ sowie die Rolle der Printmedien, die sich in der Phase des Shutdowns schon früh auf die Seite der offiziellen Sicht der Dinge gestellt hat. Es bestätigt sich damit auch der Eindruck, der sich über die Jahre dieses Projekts in vielen Einzeluntersuchungen ergeben hat, und sich in einem exorbitanten Orange in vielen wichtigen Bereichen ausdrückt und nur wenig Einfluss von Blau und Grün zulässt.

 

Über Fidelio

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1 Antwort zu In welcher Krise leben wir?

  1. Darmansyah sagt:

    saya harap kita akan menemukan solusi yang tepat untuk kedepannya

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