China in „Schlaglichtern der Geschichte“

Die Zeit nach 2008

Grafik 3

Für die Fortsetzung dieser Geschichte Chinas in Schlaglichtern nach 2008 werde ich die Genios-Datenbank und die Abfragemöglichkeiten der Deutschen National-Bibliothek (DNB) nutzen.

Eine Übereinstimmung der Kurvenverläufe ist nicht zu erwarten, da zwischen der Buchproduktion, die sich in den Erscheinungsdaten der Deutschen National-Bibliothek niederschlagen und den kurzfristigen Druckerzeugnissen , die durch die Genios-Datenbank erfasst sind, eine zeitliche Verzögerung anzunehmen ist, die etwa ein Jahr beträgt. Ein Vergleich der nebenstehenden Kurven zeigt, dass die wesentlichen Knickpunkte 2001 (Genios) und DNB 2002 im Zusammenhang stehen, ebenso 2008 (Genios) mit 2009 DNB, 2009 (Genios) mit 2010 DNB, 2014 (Genios) mit 2014/2015 DNB, 2015/2016 (Genios) mit 2016 DNB und 2018 (Genios) mit 2018 DNB übereinstimmen. Für den Zeitabschnitt von 2009 (Genios) bis 2013 DNB zeigt sich ein unterschiedliches Muster, das auf eine differenziertere Betrachtung der Ereignisse durch Buchveröffentlichungen hindeutet. Eine mögliche Erklärung ist ein stärkeres Gewicht von wissenschaftlichen Veröffentlichungen auf dem Buchmarkt zu Themen, die auf dem Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt keine oder wesentlich schwächere Beachtung finden.

Zu den genannten Knickpunkten sind die folgenden Ereignisse festzustellen:

Im Jahr 2001 kursieren Gerüchte, auf dem Platz des Himmlischen Friedens hätten sich fünf Mitglieder von Falungong aus Protest gegen die Verfolgung dieser Bewegung verbrannt. Im selben Jahr trat China der Welthandelsorganisation bei und unterwarf sich damit deren Regeln. 2002 tauchte in der Provinz Guangdong das Virus SARS-CoV-1 auf, das die Krankheit SARS (SARS = Schweres akutes respiratorisches Syndrom) hervorruft.

Die Olympischen Spiele 2008 fanden 2008 in Peking statt. Im selben Jahr kam es zu einem schweren Erdbeben in der Provinz Sichuan und zu dem Milchskandal, der durch verfälschte Babymilch ausgelöst wurde, die bei Babys Nierenschäden hervorrief. Erstmals bewegte sich ein chinesischer Astronaut außerhalb einer Raumkapsel im Weltraum. Die Ürümqi-Unruhen im Juli 2009 waren eine Reihe von gewalttätigen Unruhen die mehrere Tage anhielten und in der Hauptstadt der autonomen Region Xinjiang Uyghur (XUAR) im Nordwesten Chinas ausbrachen. Die Unruhen begannen mit Protesten, an denen sich mindestens 1.000 Uiguren beteiligten und sich zu gewalttätigen Angriffen – hauptsächlich auf Han-Chinesen – ausweiteten. In Shanghai fand 2010 die Weltausstellung Expo statt.

In der Provinz Guandong protestierten 2011 Bewohner des Dorfes Wukan gegen die Korruption der örtlichen Parteifunktionäre. Die Proteste hielten in den Folgejahren an bis schließlich im Jahr 2016 der ehemalige Dorfvorsteher zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

Im Bahnhof KunmingProvinz Yunnan -, griff am 1. März 2014 eine Gruppe von Terroristen mit Messern Passagiere am Bahnhof der Stadt an. Sowohl männliche als auch weibliche Angreifer zogen Messer mit langen Klingen heraus und stachen und schlugen unschuldige Passagiere. Vier Angreifer wurden sofort von der Polizei erschossen, eine verletzte Täterin wurde gefangen genommen. Die Angreifer töteten 31 Zivilisten und verletzten mehr als 140 Menschen. Von wem dieser Angriff ausging kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, da sich keine Organisation hierzu bekannte. Es wird vermutet, dass es sich bei den Tätern um eine Gruppe verzweifelter Uiguren handelte, die keiner organisierten Terrorgruppe angehörten.

In den Jahren 2014 und 2015 kam es an den chinesischen Aktienmärkten zu heftigen Turbulenzen. Die Turbulenzen an den chinesischen Aktienmärkten begannen mit dem Platzen der Börsenblase am 12. Juni 2015 und endeten Anfang Februar 2016. A-Aktien an der Shanghai Stock Exchange verloren innerhalb eines Monats ein Drittel ihres Wertes und mehr als die Hälfte der börsennotierten Unternehmen beantragten einen Handelsstop, um weitere Verluste zu verhindern. In diesen finanzpolitisch schwierigen Zeiten fand 2016 der G20-Gipdel im chinesischen Hangzhou statt.

Im März 2018 verabschiedete der von der von der kommunistischen Partei kontrollierte Nationale Volkskongress eine Reihe von Verfassungsänderungen, darunter die Aufhebung der Amtszeitbeschränkungen für den Präsidenten und den Vizepräsidenten, die Schaffung einer Nationalen Aufsichtskommission sowie die Stärkung der zentralen Rolle der Kommunistischen Partei. Bei der Aufsichtskommission handelt es sich um eine Kontrollinstanz neben der Justiz, die bestehende Kontrollbefugnisse gegenüber der kommunistischen Partei nun auch auf sämtliche Staatsbediensteten anwenden darf. Zusammen mit lokalen Unterkommissionen soll sie die Umsetzung politischer Ziele gewährleisten und Korruption bekämpfen.  Am 17. März 2018 ernannte der chinesische Gesetzgeber Xi erneut zum Präsidenten ohne Amtszeitbegrenzung.

Über Fidelio

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