Wertewelten und Themenschwerpunkte der Parteien in Deutschland

Affinität der Parteien zu Problemfeldern

In der nachfolgenden Tabelle werden anhand von Schlüsselbegriffen die von den Parteien hierauf gelenkten Aufmerksamkeiten dargestellt. Die gewählten Begriffe bezeichnen jeweils den im Problemfeld schlimmsten Fall. Hierdurch soll eine möglichst große Signifikanz der Ergebnisse erzielt werden. Manche Begriffe bezeichnen auch das Problemfeld direkt, wie z. B. Kriminalität, Offenheit oder Angst. Die Darstellung erfolgt in drei Stufen als Prozentanteile an der Gesamtsumme und in einem zweiten Schritt in Relation zu den entsprechenden Werten für Deutschland. Diese Relation wird als Abweichung in Prozenten angegeben, wobei negative Werte geringere Aufmerksamkeit als im Wert für Deutschland bedeuten und positive Werte eine höhere Aufmerksamkeit angeben.

In einem weiteren Schritt werden die im zweiten Schritt dargestellten Problemfelder als mit ihren Beziehungen zu den Parteien dargestellt, so dass eine Ablesbarkeit nach dem Sortierkriterium Problemfeld möglich ist. Auf eine Kommentierung wird hier verzichtet.

Anm.: Die verwendeten Schlüsselbegriffe sind an einigen Stellen im Text in Klammern angegeben).

Grafik Kurzkommentar
Die für Deutschland ermittelten Daten des Problemempfindens zeigen drei Schwerpunkte, wobei das Hauptgewicht in der Angst besteht, gefolgt von der Preisentwicklung (teuer) und den Mieten (Wohnungsmiete). Die große Bedeutung der Angst kann auch synonym für die Angst vor Terrorismus gelesen werden. Hinsichtlich der Preisentwicklung und den Wohnungsmieten kann eine saubere Abgrenzung nicht vorgenommen werden. Darüber hinaus ist auch eine Eingrenzung auf Verbraucherpreise nicht möglich, so dass insbesondere Investitionskosten der öffentlichen Haushalte innerhalb der politischen Diskussion eingeschlossen sind.   Herausgehobene Bedeutung haben noch die Gewalt und die Mobilität. Die geringste Aufmerksamkeit kommt dem Umweltschutz (Verschmutzung) und dem Rassismus zu.
Die höchsten Aufmerksamkeitswerte für die CDU finden sich im Bezug auf Gesundheit (krank), Preisentwicklung (teuer) und Angst. Mittlere Intensität findet sich im Bezug auf Kriminalität, Anerkennung, Armut, Miete (Wohnungsmiete), Rassismus und Drogen. Die niedrigste Aufmerksamkeit kommt dem Umweltschutz (Verschmutzung) und der Freizeit (langweilig) zu. Bei der Anerkennung handelt es sich um einen zentralen Begriff psycho-sozialer Gesundheit. Erhöhte Aufmerksamkeit für Anerkennung deuten erfahrungsgemäß auf Integrationsprobleme von Migranten hin.
 Dominierendes Thema im Bezug auf die FDP ist die Angst, die wesentlich von der Terrorangst getragen wird. Hiermit im Zusammenhang kann auch das Thema Gewalt gesehen werden, das neben dem Terror viele weitere Ursachen und Formen der Gewalt (Stalking, Mobbing, sexuelle Übergriffe) einbezieht. Darüber hinaus spielt auch die Preisentwicklung eine hervorgehobene Rolle. Am Ende der Skala befinden sich Umweltschutz (Verschmutzung), Freizeit (langweilig), Offenheit, Schule (Nachhilfe) und Ehe (Scheidung). Im Vergleich mit der CDU sind deutliche strukturelle Ähnlichkeiten zu sehen.
 Das Themenprofil im Bezug auf die SPD ist von den Themen Preisentwicklung und Gewalt beherrscht. Weitere hervorgehobene Themen sind Schule (Nachhilfe), Miete (Wohnungsmiete), Anerkennung, Angst und Gesundheit (krank). Am Ende der Skala befindet sich der Umweltschutz (Verschmutzung). Im Vergleich zu den Profilen der CDU und FDP fällt eine wesentlich geringere Bedeutung der Angst auf. Darüber hinaus ist das Niveau auf breiter Front etwas höher als bei den „bürgerlichen“ Parteien.
 Das Problemprofil der Bündnisgrünen ist in der Breite auf wesentlich geringerem Niveau angelegt. Dafür überragen die Problemfelder Angst und Preisentwicklung sowohl die entsprechenden Problemfelder bei den anderen Parteien, wie auch die anderen Problemfelder des eigenen Profils. Am Ende stehen Umweltschutz (Verschmutzung), Schule (Nachhilfe), Ehe (Scheidung), Freizeit (langweilig) und Offenheit. Der im Vergleich zu den anderen Problemfeldern niedrige Wert für Umweltschutz stellt – wie bei allen Problemfeldern – nicht den innerparteilichen Stellenwert dar, sondern die öffentliche Resonanz im Zusammenhang mit der Partei.
 Das Erscheinungsbild der Partei „Die Linke“ in der Öffentlichkeit wird wesentlich mitbestimmt von den Themen Angst, Preisentwicklung (langweilig) und Gewalt. Darüber hinaus heben sich noch die Themen Kriminalität und Rassismus ab. Mit den letztgenannten Themenbereichen lässt die Partei im Vergleich mit den anderen Parteien eine Tendenz zur Meinungsführerschaft erkennen. Bei einem allgemein mittleren Niveau der Themenbereiche stht auch hier der Umweltschutz (Verschmutzung) am Ende der Skala.
 Bezüglich der allgemein dominierenden Themen hebt sich die AfD nicht von nahezu allen anderen Parteien ab. Wie bei der CDU ist hier eine etwas größere Bedeutung der Gewalt gegenüber der Angst zu sehen. Etwas hervorgehoben sind Kriminalität und Preisentwicklung (teuer). Das Thema Rassismus spielt hinsichtlich der AfD in der Medienberichterstattung zwar eine besondere Rolle, es liegt jedoch hier noch hinter der Bedeutung für die CDU.
 Im Profil für die CDU heben sich die vier Themenbereiche Angst, Armut, Gesundheit (krank) und Rassismus positiv sowie die Themenbereiche Gewalt und Schule (Nachhilfe) negativ von den entsprechenden Werten für Deutschland ab. Alle anderen Themenbereich bewegen sich auf dem Bedeutungsniveau der Deutschlandergebnisse.
 Im Vergleich zu Deutschland heben sich die Themen Anerkennung, Gewalt und Schule (Nachhilfe) posiv sowie die Themenbereiche Preisentwicklung (teuer) und Umweltschutz (Verschmutzung) negativ ab. Auf dem Niveau der Werte für Deutschland bewegen sich die Themenbereiche Kriminalität, Arbeitslosigkeit (arbeitslos), Armut und Freizeit (langweilig). Alle anderen Werte liegen auf einem mittleren Niveau, undzwar Ehe (Scheidung), Gesundheit (krank), Offenheit, Rassismus und Drogen im positiven und Angst, Miete (Wohnungsmiete) und Mobilität im negativen Bereich.
 Die SPD hebt sich in relativ vielen Themenbereichen stark von den anderen Parteien ab. Dieses kann darauf hindeuten, dass die Strategie der Partei, die Themenbestimmung im Wahlkampf zu übernehmen, zumindest teilweise gelungen ist. Es wird jedoch auch deutlich, dass die SPD mit einigen dieser Themen keine Resonanz bei den Mitbewerbern findet. Zu den von den übrigen Parteien abgehobenen Themen gehören die Themenbereiche Kriminalität, Arbeitslosigkeit (arbeitslos) und Schule (Nachhilfe). Zur Wahlkampfstrategie gehört offensichtlich auch die Absetzung vom Thema Angst, die bei der CDU eine bedeutende Rolle spielt. Daneben bewegen sich die Themen Armut, Preisentwicklung (teuer), Ehe (Scheidung), Miete (Wohnungsmiete) und Offenheit auf dem Deutschland-Niveau.
 Mit Bezug zu den Bündnisgrünen heben sich die Themenbereiche Angst und Umweltschutz (Verschmutzung) stark von den übrigen Themenbereichen ab. An dieser Stelle erscheint es angebracht festzustellen, dass die Signifikanz des Suchbegriffs „Verschmutzung“ für das Thema Umweltschutz gegeben ist. Als mittelmässig heben sich die Themenbereiche Preisentwicklung (teuer), Freizeit (langweilig), Gewalt und Mobilität von der Gesamtheit positiv ab. Defizitär sind dagegen die Themenbereiche Kriminalität, Anerkennung, Ehe (Scheidung), Gesundheit (krank), Offenheit, Schule (Nachhilfe), Rassismus und Drogen.
 Die Partei „Die Linke“ hebt sich mit ihrem Themenspektrum ebenfalls deutlich von den anderen Parteien ab. Im Vordergrund stehen die Themenbereiche Schule (Nachhilfe), Rassismus und Umweltschutz (Verschmutzung). Auf mittlerem Niveau befinden sich Kriminalität, Preisentwicklung (teuer), Freizeit (langweilig) und Gesundheit (krank). Auf dem Niveau der Deutschland-Ergebnisse befinden sich fünf Themenbereiche: Angst, Arbeitslosigkeit (arbeitslos), Miete (Wohnungsmiete), Offenheit und Drogen. Weit unterhalb dieses Niveaus ist der Themenbereich Anerkennung angesiedelt, mit mittleren Defiziten die Themenbereiche Armut, Ehe (Scheidung), Gewalt und Mobilität.
 Innerhalb des für die AfD charakteristischen Themenspektrums heben sich keine eindeutigen Leitthemen ab. Eine Tendenz dazu weisen die Themenbereiche Anerkennung und Schule (Nachhilfe) auf. Mit mittlerer Intensität liegen die Themenbereiche Kriminalität, Armut, Miete (Wohnungsmiete), Gewalt, Mobilität und Drogen oberhalb des Deutschland-Niveaus. Die Themenbereiche Gesundheit (krank), Offenheit und Rassismus liegen nah am Deutschland-Wert. Starke Defizite sind für die Themenbereiche Preisentwicklung (teuer) und Umweltschutz (Verschmutzung) abzulesen. Weitere defizitäre Themenbereiche sind Angst, Arbeitslosigkeit (arbeitslos), Ehe (Scheidung) und Freizeit (langweilig). 
Zusammenstellung nach dem Kriterium „Problemfeld“
 

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