Wertewelten und Problemfelder in bayrischen Großstädten

Der bekannteste und die für die Bayern unter den Deutschen wohl prominenteste Persönlichkeit ist mit großer Wahrscheinlichkeit Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI., der im Jahre 2006 eine Deutschlandreise mit pastoraler Absicht unternahm und hierbei auch in seiner Heimat für bleibende Eindrücke sorgte, wie etwa seine Rede in Regensburg. Die Verquickung des bayrischen Politestablishments mit den christlichen Kirchen und insbesondere der katholischen Kirche läßt darüber hinaus vermuten, das in diesem Teil Deutschlands eine besondere Ausprägung von Werten vorhanden ist. Deshalb beginne ich meine Betrachtungen zur Situation deutscher Großstädte mit einer Übersicht über die 8 bayrischen Großstädte.

Einer Darstellung der Wertesysteme nach den Spiral Dynamics schließt sich die Darstellung der Problemfelder  in den Großstädten anhand von 17 Kriterien an.

In der bayrischen Landespolitik wird eifersüchtig darauf geachtet, dass die Regionen gleichberechtigt mit staatlichen Leistungen versorgt werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei der mit großen Anteilen auf bayrischem Staatsgebiet liegende größere Teil der Region Franken, der nördlich der Donau im Nordwesten Bayerns liegt und die Großstädte Würzburg, Erlangen, Fürth und Nürnberg beinhaltet.

Bayern ist durch eine unsichtbare (sprachliche) Grenze, dem „Weißwurstäquator“ und einer zum Weltkulturerbe gehörenden gut sichtbaren Grenze – dem von den Römern erbauten Obergermanisch-Raetischen Limes – durchzogen. Im Osten setzt sich diese Grenze als Donaulimes fort. Der Limes, und damit die Zugehörigkeit zum römischen Weltreich in der Antike, hatte für die Entstehung der Städte Augsburg, Ingolstadt und Regensburg entscheidende Bedeutung. Daraus folgte, dass die Städte nördlich des Limes erst einige Jahrhunderte später gegründet wurden.

Zwischen den 8 Städten bestehen hinsichtlich der Einwohnerzahlen erhebliche Größenunterschiede. Mit ca. 1,2 Mio. Einwohnern ist die Landeshauptstadt München mit Abstand die größte Stadt, gefolgt von Nürnberg mit ca. 490 Tsd. Einwohnern. Mit etwa der Hälfte der Einwohner bildet Augsburg eine weitere Größenklasse für sich. Die übrigen fünf Großstädte erreichen Größenordnungen zwischen 100 Tsd. und 130 Tsd. Einwohnern und tragen – mit Ausnahme von Fürth und Erlangen, die mit Nürnberg zusammen einen Ballungsraum bilden –  damit vorwiegend zentrale Funktionen ihrer relativ großen Umländer und sind weniger als Industriestädte anzusehen.

WMeme der bayrischen Großstädte

In der nebenstehenden Grafik sind die Wertememe für die 8 Großstädte in Bayern dargestellt. Hier ist deutlich abzulesen, dass Orange in allen Städten deutlich dominiert. Dabei liegen die Landeshauptstadt München und Ingolstadt eindeutig an der Spitze. Innerhalb einer Dreier-Spitzengruppe kommt noch Fürth hinzu. Deutlich abgesetzt von den übrigen Städten stellt sich Regensburg dar.

Die Struktur der Wertesysteme ist in allen bayrischen Großstädten ähnlich: Neben dem dominierenden Orange spielen Blau und Grün eine gewichtige Rolle. Diese beiden Wertesysteme müssen als Antagonisten innerhalb ihrer ansonsten kollektiven Grundausrichtung gesehen werden. Die in Blau vorhandenen Ordnungen in gefestigten gesellschaftlichen Verhältnissen üben eine kontrollierende Funktion gegenüber dem konsensorientierten und Exklusivität anstrebenden Grün aus. Auf politische Parteien in Deutschland übertragen, finden sich diese Orientierungen typischerweise für Blau in christlich-konservativen Parteien und für Grün in sozialdemokratisch oder ökologisch orientierten Parteien. In der Gegenüberstellung von Blau und Grün ist ein Konfliktpotential enthalten, das sich bei annähernd gleicher Stärke Bahn brechen kann, insbesondere wenn ein zu schwaches Orange vorhanden ist. Diese Situation ist am ehesten in Würzburg und Erlangen zu sehen. Hierbei ist jedoch die Frage offen, ab wann Orange für die Befriedigung grüner Erfordernisse zu schwach ist. Bei dem in Deutschland auf allen Ebenen zu sehenden Überhang von Orange dürfte allgemein erheblicher Spielraum für grünes Wachstum vorhanden sein.

Unangefochtenes Grün ist in dem sozialdemokratisch „regierten“ München und in den ebenfalls sozialdemokratisch geführten Städten Nürnberg, Fürth und Regensburg zu sehen. Es kann jedoch nicht automatisch vom Werteprofil der Städte auf politische Verhältnisse geschlossen werden, wie sich am Beispiel Erlangen zeigt, wo ein SPD Oberbürgermeister mit einem bunt zusammengesetzten Rat „regiert“. Erstens ist die Wahl eines Bürgermeisters oder Oberbürgermeisters eine Persönlichkeitswahl, die viel mit Vertrauen und öffentlichem Ansehen zu tun hat und nur nachgeordnet mit dem Parteibuch, zweitens ist nicht alles, was sich SPD nennt auch sozialdemokratisch.

Wertememe relativ zu „Deutschland“

In allen 8 Großstädten sind Anteile von Rot vorhanden, mit erhöhtem Anteil in Regensburg und Würzburg, mit schwächerem Anteil in München. Das rote Wertesystem weist auf die Anwendung roher Gewalt mit ausbeuterischer Motivation hin. Sowohl Würzburg wie auch Regensburg sind Bischofssitze und beide Städte wurden im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen durch Kirchenvertreter in der Medienöffentlichkeit genannt, so dass sich der erhöhte Rotanteil hiermit erklären lässt.

Das Wertemem Gelb ist ebenfalls in allen Städten vorhanden, besonders ausgeprägt jedoch in Nürnberg und Augsburg. Es deutet darauf hin, dass in diesen Städten besonders motivierte Einzelpersönlichkeiten agieren, die ein Gespür für größere Zusammenhänge haben und in der Lage sind, Menschen auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Entwicklungsspirale zu motivieren. Ähnliches gilt für das – allerdings schwächer -in allen Städten vorhandene Türkis mit dem Unterschied, dass hier auf einer höheren kollektiven Bewusstseinsebene Konzepte entwickelt werden, die Impulse für die Entwicklung auf allen Ebenen geben. Dieses Potential scheint in Würzburg und Fürth am stärksten vorhanden zu sein. In München und Erlangen scheint es dagegen nur schwach ausgebildet zu sein. Eine mögliche Erklärung für München kann in diesem Zusammenhang in der um zwei Größenklassen höheren Einwohnerzahl liegen, da die Entwicklung des Bewusstseins nicht den Gesetzen der großen Zahlen folgt, sondern entsprechend einer sprunghaften Evolution in Schüben verläuft.

In dem oben stehenden Lageplan sind die Ergebnisse für die im Vergleich zu „Deutschland“ ermittelten Abweichungen nochmals symbolisch dargestellt. In dem inneren Kreis sind jeweils die 8 WMeme durch ihre Farben dargestellt. Auf dem äußeren Ring sind die Abweichungen für das im inneren Kreis angrenzende WMem in 7 Farbstufen dargestellt. Hierbei ist die Farbordnung nach drei positiven Abweichungen (= Grüntöne) und nach drei negativen Abweichungen (= Lilatöne) gegliedert. Übereinstimmungen mit den Werten für „Deutschland“ sind sandfarben dargestellt.

In dieser Übersicht sind einige für alle bayrischen Großstädte geltende Tendenzen zu sehen: In allen Städten sind die am Beginn der Entwicklungsspirale vorkommenden Wertesysteme Beige und Purpur auf übereinstimmendem Niveau oder darüber mit dem Vergleichsraum „Deutschland“ vorhanden. Die ländliche Struktur Bayerns und die auf dem Lande noch vorhandene enge Bindung an die Familie sowie die Anpassung an die Natur und die jahreszeitlichen Wetterereignisse sind als Ursachen hierfür in Betracht zu ziehen. Das in allen Städten über dem Vergleichswert liegende Rot deutet auf das Vorhandensein egozentrischer Führungspersonen hin, die ausbeuterische Ziele verfolgen und entweder verbal oder in Abhängigkeitsbeziehungen auch zu roher körperlicher Gewalt (siehe oben) tendieren. Andererseits beinhaltet Rot auch die Fähigkeit, kreativ und unkonventionell zu pragmatischen Lösungen zu kommen. Wer auf die Beiträge bayrischer Politiker zur Bundespolitik schaut, wird dafür prägnante Beispiele finden.

Ein weiteres durchgehendes Charakteristikum bayrischer Städte ist der teilweise erheblich unter dem Vergleichswert liegende Anteil von Blau. Dem entspricht eine ebenfalls durchgehende stärkere Betonung von Grün, so dass von einer Blau-Grün-Verschiebung gesprochen werden kann. Hierin drückt sich der zwischen diesen Wertesystemen bestehende Gegensatz aus. Beide Systeme haben eine soziale Bezugsebene, Blau innerhalb historisch gewachsener (konservativer) Organisationen, Grün innerhalb neuer sozialer Bewegungen mit exklusivem konsensorientierten Anspruch. Während Blau am traditionell vermeintlich Bewährten festhält, kommen in Grün soziale Innovationen zum Vorschein, die zusätzliche Mittel erfordern und von Blau möglichst blockiert werden. Dieser Antagonismus kann dort zu erheblichen Spannungen führen, wo die in Orange zu erwirtschaftende Verteilungsmasse nicht groß genug ist, wie es sich für Regensburg andeutet.

Besonders prosperierende Städte stellen sich mit einem starken Orange dar. Hierzu gehören Fürth, Ingolstadt und München. In Fürth ist durch den Verlust der ortsansässigen Großunternehmen Quelle und Grundig ein Strukturwandel erfolgt, der heute in Fürth als Erfolgsmodell gefeiert wird. Ingolstadt und München sind Produktionsstandorte der Automobilindustrie und haben eine hohe Arbeitsplatzdichte. Sie partizipieren damit an dem für die deutsche Wirtschaft maßgeblichen Wachstumsmotor. Dagegen ist für Regensburg eine unter dem Vergleichwert liegende Ausprägung von Orange zu sehen, was darauf hindeutet, dass hier im Vergleich zu den anderen Städten schwächere individuelle Potentiale für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt vorhanden sind. In diesem Zusammenhang könnten auch Umstrukturierungen bei einigen bedeutenden Unternehmen in Regensburg ein Indiz sein.

Innerhalb der zweiten Ordnung der Spiral Dynamics sind für Gelb durchgehend über dem Vergleichswert liegende Anteile zu sehen, für Türkis jedoch durchgehend darunter liegende Anteile. Gelb steht für systemisches Denken auf individueller Ebene, wodurch innerhalb der Wertesysteme der ersten Ordnung unter bestimmten Umständen eine Harmonisierung bewirkt werden kann. Eine ähnliche, jedoch auf Grund ihrer kollektiven Verbreitung stabilere Wirkung kann Türkis entfalten. In dem relativ starken Gelb können für die weitere Entwicklung der bayrischen Städte gute Chancen gesehen werden.

In der nachfolgenden Grafik sind für die 8 bayrischen Großstädte Problemfelder dargestellt. Die Daten hierfür wurden durch die in der Legende aufgeführten Schlüsselbegriffe aus Internetabfragen von fünf verschiedenen Suchmaschinen ermittelt. Die Begriffe wurden so gewählt, dass sie möglichst eindeutig ein Problemfeld bezeichnen und eine klare Konnotation ermöglichen. Das Wort Nachhilfe deckt in diesem Sinne das Problemfeld Schule ab und ist eindeutig negativ belegt, da es einen zusätzlichen Aufwand bezeichnet, der dazu dient, den Anschluss an das geforderte oder gewünschte Bildungsniveau zu halten. Ein anderes Beispiel ist „Anerkennung“ mit einem sehr breit gestreuten Bedeutungsinhalt hinsichtlich des Zusammenhangs, in dem es verwendet werden kann, jedoch mit einer sehr präzisen Aussage zu der damit verbundenen psychischen Wirkung auf individueller Ebene. Auf dieser Ebene ist dann auch eine eindeutig positive Konnotation gegeben.

Die verwendeten Begriffe überschneiden sich teilweise und ermöglichen so durch Kombinationen neue Sichtweisen. So überschneiden sich die Begriffe Gewalt und Kriminalität, beide führen zu Angst, aber Angst und Gewalt sind wieder Merkmale der Bedrohung durch Terror. Unabhängig von der Herstellung solcher Zusammenhänge kann für manche Schlüsselbegriffe allein aus ihrem gehäuften Vorkommen eine qualitative Aussage über die in einem umgrenzten Raum lebenden Menschen getroffen werden, nämlich dann, wenn es sich wie bei der Angst um subjektive Empfindungen handelt. Fünf der 17 verwendeten Begriffe erfüllen diese Voraussetzung: neben Angst sind es Anerkennung, Armut, langweilig und krank. Neben diesen subjektiven Werten sind auch einige Kriterien dargestellt, die sich mit amtlichen Statistiken überschneiden, wie z. B. Kriminalität, krank oder Scheidung. Zu den im Internet erhobenen Zahlen zu diesen Werten ist zu bemerken, dass diese nicht den Anspruch erheben können, objektiv zu sein. Sie stellen vielmehr „gefühlte“ Werte dar und sind bezüglich der gesellschaftlichen Bedeutung in den entsprechenden Problemfeldern aussagekräftiger als amtliche Statistiken, da letztere die Dunkelziffern nicht erfassen. Im Bezug auf Kriminalität, Drogen, Krankheit, Gewalt und Nachhilfe spielen diese Dunkelziffern jedoch eine bedeutende Rolle.

Problemfelder in bayrischen Großstädten.

Legende zur Säulengrafik „Problemfelder“

In der oben stehenden Grafik sind drei Problemfelder erkennbar, die in allen 8 Großstädten eine dominante Rolle spielen: Angst, teuer und Gewalt. Die Problemfelder Angst und Gewalt stehen in einem ursächlichen Zusammenhang, wobei Angst außer Gewalt eine Vielzahl anderer Ursachen haben kann – bis hin zur „Angst des Tormanns beim Elfmeter„. Angst ansich ist jedoch bereits eine Beeinträchtigung, die das Subjekt in ihren Handlungen und vor allem im Denken beschrängt und auch neben dem Problemfeld als gesellschaftlich relevantes Kriterium ernst genommen werden muss. Eine besonders hervorgehobene Rolle spielt die Angst in Regensburg. Über die Ursachen hierfür können an dieser Stelle ohne die genauen Kenntnisse der lokalen Situation keine Angaben gemacht werden. In der gegenwärtigen Situation nahezu täglich vermittelter medialer Terrorbedrohung ist ein Zusammenhang zwischen der weit verbreiteten Angst und der Gewalt durch Terror sehr wahrscheinlich. Im Problemfeld Gewalt bestätigt sich hier die bereits zum Wertemem Rot in Würzburg festgestellte erhöhte Bedeutung im Verhältnis zu anderen Städten. Daneben zeigen sich jedoch auch für Fürth, Erlangen und Ingolstadt stark erhöhte Anteile dieses Problemfelds.  Der Abfragebegriff „teuer“ hat neben einer objektiv feststellbaren Komponente auch einen subjektiven Anteil, der auf der Bedeutung des Gutes beruht, die es für den Käufer hat. Grundsätzlich fallen Güter des Grundbedarfs eher in den objektivierbaren Bereich als Luxusgüter. Die starke Ausprägung dieses Problemfeldes lässt darauf schließen, dass es sich hier überwiegend um notwendige Güter der Grundversorgung wie Lebensmittel, Fahrkarten des ÖPNV oder Wohnungen handelt.

In mittlerer Intensität sind die Problemfelder Anerkennung, Krankheit (krank) und Mobilität in allen 8 Großstädten zu sehen. Besonders stark tritt das Problemfeld Anerkennung in Erlangen hervor. Während die Problemfelder Anerkennung und Mobilität eine positive Konnotation haben, ist diese beim Problemfeld Krankheit negativ. Die Bezeichnung Problemfeld ist daher für die beiden erstgenannten Begriffe nicht ganz richtig, da sie erst in ihrer Versagung bzw. Einschränkung zu Problemen werden. Zur sprachlichen Vereinfachung behalte ich jedoch die Bezeichnung Problemfeld für diese Begriffe wie auch für den ebenfalls betroffenen Begriff Offenheit bei.

Nachfolgend werde ich die Ergebnisse der Problemfelder in ihrer räumlichen Verteilung darstellen und gleichzeitig einen bewertenden Vergleich mit den entsprechenden Werten für Deutschland vornehmen. Die Bewertung erfolgt durch farbige Abstufungen in Grüntönen für positive und in Lilatönen für negative Abweichungen. Bei der Unterscheidung von positiven und negativen Abweichungen wird die Konnotation des jeweiligen Schlüsselbegriffs beachtet, d. h. rechnerisch positive Werte werden nicht zwangsläufig als positive Abweichungen aufgefasst und umgekehrt werden rechnerisch negative Abweichungen nicht immer in Lilatönen dargestellt. So ist z. B. eine Abweichung nach oben im Problemfeld „Scheidung“ nicht grün dargestellt, sondern rot, da Scheidung eine negative Konnotation hat. Auf Besonderheiten in der räumlichen Verteilung wird jeweils in der Kartenbeschriftung hingewiesen.

Anerkennung wird oft von Menschen mit Migrationshintergrund als Wert geschätzt. Defizite, wie hier in Würzburg können daher auf Integrationsprobleme hinweisen.

Obwohl graduell in den bayrischen Großstädten verschieden liegt das Angstniveau in den bayrischen Großstädten niedriger als im Deutschlanddurchschnitt.

Arbeitslosigkeit wird – trotz offiziell relativ niedriger Arbeitslosenquoten – in Bayern offensichtlich stärker als Makel empfunden.

Die empfundene Armut variiert erheblich zwischen den Großstädten und wird stärker stigmatisierend empfunden, als es sonst in Deutschland üblich ist.

Im Vergleich zu Gesamtdeutschland wird das Preisniveau in den bayrischen Großstädten als geringer empfunden.

Im katholischen Bayern wird Scheidung in besonderem Maße als Problem erfahren.

Wie nicht anders zu erwarten war liegt München auch bei den gefühlten Wohnungsmieten an der Spitze. Jedoch auch in den übrigen bayrischen Städten werden die Mieten in stärkerem Maße problematisiert.

Mit dem Abfragebegriff „langweilig“ ist ein Hinweis auf die Attraktivität von Freizeitangeboten verbunden. Die Situation in den bayrischen Großstädten stellt sich als sehr unterschiedlich dar und wird prekärer empfunden als sonst in Deutschland.

Der Abfragebegriff kommt in bayrischen Großstädten seltener vor als im restlichen Deutschland und deutet darauf hin, dass sich die Menschen in Bayern gesünder fühlen.

Gewalt wird in bayrischen Großstädten weniger stark empfunden als im restlichen Deutschland.

Mobilität hat einen weiten Bedeutungszusammenhang, im engeren Sinn mit der Fähigkeit zur Ortsveränderung, im weiteren Sinn synonym für Veränderungsbereitschaft. Es bietet sich daher ein Vergleich mit Offenheit an.

Offenheit kann als Synonym für Veränderungsbereitschaft gelesen werden. Im Vergleich zu Deutschland ist diese in einigen Städten Bayerns größer als im übrigen Deutschland. Ein Vergleich mit Mobilität zeigt sich, dass der keine Überlagerung der Problemfelder anzunehmen ist.

Aus den Ergebnissen ist das Bayern nachgesagte hohe Niveau der Schulen erkennbar, das zu privaten Initiativen in Form von Zusatzunterricht Anlass gibt. Allgemeiner kann dieses Ergebnis auch als Hinweis auf Schulprobleme gelesen werden.

Im weitgehend als Erholungsgebiet angesehenen Landschaftsraum Bayerns mit zahlreichen Naturschönheiten ist es verständlich, dass Verschmutzung als besonders störend empfunden wird. Das schließt Umweltschäden ein, wie sich auch in der Diskussion um Stromtrassen gezeigt hat.

Die Situation stellt sich in den bayrischen Großstädten unterschiedlich dar. Stärkere rassistische Wahrnehmungen gibt es in Nürnberg und München.

Drogen werden in allen Großstädten Bayerns als sehr großes Problem angesehen. Inwieweit dieses Problembewusstsein mit realen Gefahren hinterlegt ist, kann hieraus nicht geschlossen werden.

Über Fidelio

Ich bin 66 Jahre alt, verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Meine berufliche Tätigkeit als Stadtplaner habe ich vor drei Jahren beendet und widme mich seitdem intensiver um zwei Internetprojekte, von denen eines die "Entwicklungsspirale" ist, die ich nun in neuem Gewand hier fortsetze.
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