Klimapolitik im Januar 2020

Weltwirtschaftsforum (WEF) 2020

Nachfolgend gebe ich einen kurzen Überblick über das WEF auf der Basis des dazugehörigen Wikipedia-Artikels: Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, kurz WEF) ist eine in Cologny im Schweizer Kanton Genf ansässige Stiftung, die in erster Linie für das von ihr veranstaltete Jahrestreffen gleichen Namens bekannt ist, das alljährlich in Davos im Kanton Graubünden stattfindet. Hierbei kommen international führende Wirtschaftsexperten, Politiker, Wissenschaftler, gesellschaftliche Akteure und Journalisten zusammen, um über aktuelle globale Fragen zu diskutieren. Neben Wirtschafts- und Sozialpolitik umfassen sie Fragen der Gesundheits- und Umweltpolitik.

Das Forum wurde 1971 von Klaus Schwab gegründet. Es organisiert im Verlauf des Jahres weitere Treffen weltweit, darunter das Annual Meeting of the New Champions in China. Neben den Veranstaltungen publiziert das WEF regelmässig Forschungsberichte. Seine Mitglieder betätigen sich in branchenspezifischen Initiativen.

Das 50. Jahrestreffen in Davos fand vom 21. bis 24. Januar 2020 statt.

Wenige Tage vor dem Jahrestreffen erschien der jährliche Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums als Arbeitsgrundlage für das Treffen. Das «Scheitern des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel» werden als langfristiges Hauptrisiko genannt. Erstmals in der fünfzehnjährigen Geschichte des wohl wichtigsten Berichts über globale Risiken belegen die Gefahren des Klimawandels, der Verlust der Biodiversität und damit verbundene Umweltrisiken einige der zehn Spitzenplätze der wahrscheinlichsten Bedrohungen im kommenden Jahrzehnt. Die kurzfristigen Auswirkungen des Klimawandels könnten sich demnach zu einem «planetarischen Notfall» summieren, der Todesfälle, soziale und geopolitische Spannungen sowie negative wirtschaftliche Auswirkungen mit sich bringen werde.

Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg von Fridays for Future kündigte über ein Interview im britischen Guardian an, mit ihrer Bewegung in Davos «die Staats- und Regierungschefs aufzufordern, die Wirtschaft mit fossilen Brennstoffen aufzugeben»; WEF-Gründer Klaus Schwab verwahrte sich in einem Interview dagegen, das Treffen in Davos von Klima-Aktivisten instrumentalisieren zu lassen. Zusammen auf dem Podium mit drei weiteren jungen Aktivisten aus Kanada, Puerto Rico und Sambia begann Thunberg ihre Teilnahme mit dem Ignorieren einer Panelfrage und forderte die anwesenden Journalisten statt dessen auf, endlich über den aktuellen IPCC-Report über die Erderwärmung zu berichten und zitierte Zahlen zum CO2-Budget aus dem Bericht mit Betonung der sozialen Komponente im Klimaschutz (Klimagerechtigkeit für Menschen in weniger begünstigten Gegenden der Welt).

Das WEF wird von Globalisierungsgegnern, Kapitalismuskritikern und Umweltaktivisten kritisiert, da es nicht zu den Ursachen der im Forum behandelten Fehlentwicklungen vordringt. Damit trägt es kaum zur Lösung der Probleme bei und wird statt dessen zu einem Teil dieser Probleme.

Im Bild der Öffentlichkeit spiegelt sich diese Kritik nicht wider. Vielmehr tritt die durch den Auftritt von Greta Thunberg erhöhte Aufmerksamkeit für die Klimaproblematik in einem dominierenden Grün in den Vordergrund. Auf der Seite der anwesenden Entscheidungsträger (Blau), die für die Schaffung klimaverträglicher Lösungen in Wirtschaft und Politik verantwortlich sind, ist dagegen im Vergleich hierzu nur schwache Resonanz zu sehen. Es ergibt sich – ähnlich wie beim System Aladdin – der Eindruck, als lebe die Weltelite in ihrem eigenen Kosmos, der auch aus der Welt der Vielen nicht durch Veranstaltungen wie das WEF erreichbar wird. Offensichtlich hat sich die Abschottung durch ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften auch durch eine zurückhaltende Berichterstattung in Medien und Internet verstärkt. Daran konnte auch der Auftritt von Greta Thunberg nichts ändern. Und schließlich: Worüber sollte auch die Öffentlichkeit informiert werden, wenn nichts überzeugendes vorzuweisen ist?

Über Fidelio

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