Integrale Theorie

Holons emergieren
„Neue Holons emergieren aufgrund des Selbsttranszendierungsvermögens aller Holons.“
Die emergierenden Holons sind in gewissem Sinne neuartig, da ihre Eigenschaften nicht strikt und nicht ganz aus denen ihrer Komponenten abzuleiten sind; deshalb können sie und die Gesetze, denen sie folgen, nicht ohne Rest auf ihre Komponenten oder deren Gesetze zurückgeführt werden…. Die Möglichkeit absolut deterministischer Beschreibung existiert nicht.“ (Foss und Rosenberg, zitiert nach Wilber) „Es kommt darauf an, sich klarzumachen, dass ein Gesetz höherer Ordnung nicht mit dem Vokabular formuliert werden kann, dessen man sich auf einer tieferen Ebene zur Beschreibung bedient.“ (Hofstadter, zitiert nach Wilber)
Emergenz bedeutet auch, dass Unbestimmtheit (und damit unter anderem das Prinzip der Freiheitsgrade) ein Wesensbestandteil des Universums ist, denn wenn etwas im definierten Sinne emergiert, also nicht vollständig auf vorher Vorhandenes zurückzuführen ist, dann ist es nicht durch die Vergangenheit determiniert (natürlich gibt es auch deterministische Prozesse, etwa in der klassischen Mechanik)….“Ervin Laszlo fasst die vorliegenden Ergebnisse so zusammen: »Welcher der zur Wahl stehenden …stabilen Zustände eintreten wird, ist nicht vorherbestimmt, weder durch die Anfangsbedingungen des Systems noch durch Änderungen der kritischen Werte von Umfeldparametern: Wenn ein dynamisches System grundlegend destabilisiert ist, verhält es sich undeterminiert.« Es scheint heute so gut wie sicher, dass deterministisches Verhalten nur als Grenzfall auftritt, nämlich wenn das Selbsttranszendierungsvermögen eines Holons gegen Null geht oder wenn es den Ort der Unbestimmtheit eben durch die Transzendierung seiner selbst auf ein höheres Holon verlagert.
»Emergierende Eigenschaften sind in allen Bereichen gefunden worden – Wirbel und Laser, chemische Oszillationen, genetische Netzwerke, Entwicklungsmuster, Populationsgenetik, Immun-Netzwerke, Ökologie und Geophysik. All diesen sehr unterschiedlichen Phänomenen ist gemeinsam, dass ein Netzwerk neue Eigenschaften entstehen lässt …Die Emergenz globaler Konfigurationsmuster in Systemen interagierender Elemente ist weder eine vereinzelte Kuriosität noch auf [bestimmte] Systeme beschränkt. Es scheint sogar, dass emergierende Eigenschaften in eng verknüpften Aggregaten kaum zu vermeiden sind.« (Varela et al., zitiert nach Wilber)
„Auf das Emergenzprinzip greift man häufig zurück, wenn es gilt, so schwierige Phänomene wie Leben, Geist und Bewusstsein zu erklären. Tatsächlich ist Emergenz in gleicher Weise für nichtorganische Systeme charakteristisch …Emergenz ist etwas Universales, und, wie Popper sagte,“ »Wir leben in einem Universum emergierender Neuartigkeit.«
Die empirischen Wissenschaften nahmen historisch gesehen ihren Anfang mit der Betrachtung gerade (dieser) der minimal kreativen Holons. Man kann sogar ohne große Übertreibung sagen, dass sie eigentlich nur Gesteinsbrocken in Bewegung (Bewegung von Masse in Zeit und Raum) erforschten; so entstand der Irrglaube, Voraussagen zu machen sei das Wesen der Wissenschaft. …indem man sich einige der denkbar dumpfsten Holons hernahm und ihre Erforschung zur Erforschung »der Wirklichkeit« erklärte, wurde gerade diese physikalische Wissenschaft der Anlass für die Einebnung des Kósmos (griech.) zum Kosmos für die Erklärung der Großen Holarchie des Seins anhand der beschränktesten Komponenten dieser Schöpfung, für die Planierung einer viel dimensionalen Wirklichkeit zu einer flachen und faden Landschaft von minimaler Kreativität und daher maximaler Voraussagbarkeit.

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