Die Wertewelten der Brüder Charles und David Koch

Die Wertewelten der Superreichen – Charles und David Koch

Charles de Ganahl Koch, am 01.11.1935 im kanadischen Wichita geboren und David Hamilton Koch, am 03.05.1940 ebenfalls in Wichita geboren, sind in der Geschäftswelt auch als die „Brüder Koch“ bekannt. Sie sind die Mehrheitseigentümer eines Konglomerats von Firmen der fossilen Energiebranche. Darüber hinaus gelten sie als die wichtigsten finanziellen Unterstützer der libertären und konservativen Bestrebungen des späten 20. und frühen 21. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten.

Der Vater des Brüderpaares, Fred C. Koch, gewann ein Vermögen durch seine Erfindung einer neuen Technik zum thermischen Kracken des Erdöls. Charles und David wurden am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ausgebildet und machten Master-Abschlüsse in Maschinenbau. Die von ihrem Vater gegründete Firma Rock Island Oil and Refining Company wurde an seine vier Söhnen vererbt: Charles, David, Davids Zwillingsbruder William und Frederick. Charles wurde 1967 Chief Executive Officer und benannte das Unternehmen 1968 in Koch Industries, Inc. um. David trat 1970 in das Unternehmen ein und wurde Executive Vice President. Unter Charles Führung erweiterte das Unternehmen seine Interessen in Bereiche weit über das Erdöl hinaus und steigerte den Jahresumsatz in 40 Jahren auf über das 250-fache.

Charles und David Koch teilten die konservativen politischen Ansichten ihres Vaters, der ein Gründungsmitglied der John Birch Society war. Im Jahr 1980 war David der Vizepräsidentschaftskandidat der Libertarian Party, die etwas mehr als 1 Prozent der Stimmen erhielt. Die Brüder konzentrierten ihr politisches Engagement nach diesem Misserfolg auf die Förderung der libertären Ideen und Strategien unter Akademikern, Journalisten, Politikern und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Zu diesem Zweck stellen sie jährlich Millionen von Dollar für Dutzende von Think Tanks, Stiftungen und Non-Profit-Gruppen bereit, die sie teilweise selbst gegründet haben oder steuern. Diese Organisationen – insbesondere das von Charles Koch mitgegründete Cato Institute und die Americans for Prosperity Foundation (etwa: Amerikaner für Wohlstand Stiftung) – sollten ein laissez-faire in der Wirtschaftspolitik begünstigen, deutlich niedrigere Steuern, Einschränkungen der Befugnisse der Gewerkschaften und die Beseitigung oder Privatisierung der meisten öffentlichen Dienstleistungen und Sozialprogramme propagieren. Viele von ihnen agieren auch gegen Umweltvorschriften, die Beschränkungen der Öl-, Gas- und Chemieindustrie nach sich ziehen. Ab der Jahrtausendwende finanzierten die Koch-Brüder maßgeblich Gruppen, die den Beitrag des Menschen am globalen Klimawandel in Frage stellen. Hierzu gehörte auch die Mitfinanzierung einer ganzseitigen Zeitungsanzeige in der New Yorck Times zur Verteidigung von ExxonMobil gegen den von der US-Regierung erhobenen Vorwurf systhematischer Täuschung über die Ursachen des Klimawandels. Darüber hinaus flossen große Geldbeträge der Brüder Koch von ihnen persönlich oder durch die von ihnen finanzierten Organisationen als Wahlkampfspenden und Lobbyarbeit. Die „Americans for Prosperity Foundation“ unterstützt die regierungsfeindliche Tea-Party-Bewegung seit 2009 durch die Organisation von Kundgebungen, die Mobilisierung von Wählern, die Finanzierung der Anzeigen und sie bestimmt deren Politik. Ab 2003 veranstalteten die Koch-Brüder alle zwei Jahre nationale Konferenzen, an denen Führungskräfte, Republikanische Parteiführer und konservative Aktivisten und Journalisten teilnahmen um politische Fragen zu diskutieren, Fundraising zu betreiben und Wahlstrategien festzulegen.

Liberale Kritiker beschuldigen die Koch-Brüder, durch ihren enormen Reichtum den politischen Prozess und den öffentlichen Diskurs im Interesse ihrer Unternehmen zu manipulieren und solche Politik zu fördern, die gegen die Mittelschicht und die Armen in den USA gerichtet ist und die öffentliche Gesundheit, die Rechte der Arbeitnehmer und die Umwelt schädigt. Zur Verteidigung der Koch-Brüder wird behauptet, das Ausmaß des Einflusses der Brüder werde übertrieben und ihre politischen Aktivitäten seien durch ihren Wunsch motiviert, die wirtschaftliche Freiheit und den Wohlstand für alle Amerikaner zu erhöhen.

Charles G. Koch Charles G. Koch (relativ)
David H Koch David H. Koch

Die Wertewelten der Koch-Brüder sind vom grünen WMem geprägt. Bei David Koch tritt dieses stärker in Erscheinung als bei seinem Bruder, da er ein breiteres Spektrum aktiviert, insbesondere Beige und Gelb. Demgegenüber ist David Koch stärker an Traditionen (Purpur) ausgerichtet. Hierbei ist das Verhältnis von Blau zu Grün und die Ausprägung von Orange besonders bedeutsam, da Blau als Gegenspieler von Grün wirksam ist und Orange demokratisches und rationales Handeln garantiert. Unter diesem Aspekt ist die Wirksamkeit von Grün in der Wertewelt von Charles Koch stärker gehemmt als bei seinem Bruder David; Orange ist bei beiden Brüdern schwach ausgeprägt. Das Gelb der zweiten Ordnung ist zwar im Bezug auf Charles überdurchschnittlich stark, es steht jedoch in keinem Verhälnis zu den Herausforderungen, die mit dem gesellschafts- und ökologisch verträglichen Einsatz der Wirtschaftsmacht der Koch-Brüder verbunden sind.

Der dominierende Einfluss von Grün steht zwar für die Priorität der Gemeinschaft und das Gemeinwohl und scheint das Selbstbild der Koch-Brüder und ihrer Unterstützer zu bestätigen. Es ist jedoch zu beachten, dass Grün exklusiv agiert; wer sich dem Diktum der Gemeinschaft widersetzt hat mit Sanktionen zu rechnen oder wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Auch die Gegenseite argumentiert innerhalb des grünen Wertespektrums, wenn es um soziale Standards und Erhaltung der Lebensgrundlagen geht, so dass die Koch-Brüder – auch aufgrund ihrer eindeutigen politischen Positionierung – im Brennpunkt der Diskussion um eine der Hauptfragen der Menschheit stehen.

Das leicht überdurchschnittliche Beige im Bezug auf Charles Koch ist eine Bestätigung des oben dargelegten Zusammenhangs insofern, als es bei den Auswirkungen rücksichtsloser Ausbeutung von Ressourcen und begleitender Umweltkatastrophen durch Unfälle für Tiere und die Natur insgesamt um das nackte Überleben geht.

 

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