Venezuela – von der Armut in einem reichen Land

Der vergängliche Wohlstand der Ausgebeuteten

Die Weltpolitik der vergangenen Wochen und Tage stand aus europäischer Perspektive im Bann der Ereignisse in Venezuela und bot eine Möglichkeit, das politische Interesse – zumindest zeitweise – von dem Brexitgewürge abzuziehen. Dabei ist dieser Konflikt im Hinterhof der Vereinigten Staaten nicht weniger unverständlich als das, was sich in Großbritannien abspielt. Es muss zu Irritationen führen, wenn das Land mit den größten Erdölreserven der Welt und einer seit Jahrzehnten laufenden Erdölförderung nicht in der Lage sein soll, ein 30-Millionenvolk zu ernähren! Weiterlesen

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Neue Wege in den USA – Mit Vielfalt gegen rechten Populismus IV

Fehlerkorrektur: In die Übersichtskarten des Beitrags haben sich folgende Fehler eingeschlichen:

  1. Die Stadt Portland wurde fälschlich an den Golf von Mexiko verlegt. Richtig plaziert ist sie am Pazifik, unterhalb von Seattle.
  2. Die Stadt Cincinnati wird so, wie hier geschrieben!

Traditionen kommunalen Widerstandes

Zu den geschichtlichen Wahrheiten, wie auch zu den Gesetzmäßigkeiten der Evolutionstheorie gehört die Erkenntnis, das es keine Leerstellen gibt – weder in der Struktur von Macht noch innerhalb der biologischen Evolution. Allenfalls vorübergehend kann es nach verlorenen Kriegen oder durch Unfähigkeit politischer Führer zu einem Machtvakuum kommen oder – im Bezug auf die Biologie – zum Aussterben einer Art in Folge der geänderten Lebensbedingungen (Klima, Naturkatastrophen usw.). Sehr bald jedoch werden entstandene Leerstellen durch andere gesellschaftliche Kräfte bzw. durch andere Arten genutzt. Es ist deshalb äußerst riskant, wenn der amerikanische Präsident Truppen aus Kriegsgebieten wie Syrien und Irak abzieht und damit solche Leerstellen entstehen lässt. Genauso abzulehnen ist es, wenn er das Netzwerk internationaler Vereinbarungen über Rüstungskontrolle und Klimaschutz kündigt.

Ein Beispiel für eine ähnliche Situation in der Zeit des kalten Krieges waren die atomwaffenfreien Zonen, die unter der Drohung des Nato-Doppelbeschlusses von deutschen Kommunen beschlossen wurden. Sie wurden durch Patenschaften mit DDR-Kommunen ergänzt und förderten dadurch die DDR-Friedenbewegung, die unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ einen Beitrag zur ideologischen Abrüstung auf der anderen Seite der Parteien des Kalten Krieges leistete. Weiterlesen

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Neue Wege in den USA – Mit Vielfalt gegen rechten Populismus III

Annäherung an die Stadt

Der heutige Morgen war der Beginn des Tages nach dem zweiten Weihnachtstag, dem Tag an dem unsere Familie zum Wichteln zusammen kommt. Dabei war es dieses mal recht spät geworden und so kam es, dass ich durch mein Handy mit der Eilnachricht geweckt wurde, Donald Trump sei unerwartet in Ramstein gelandet. Auf dem Weg von seinem unangemeldeten Truppenbesuch im Irak zurück habe er Station auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland gemacht. Ich fand nichts Aufregendes an dieser Nachricht und hatte wenig Verständnis dafür, deswegen von meinem Handy geweckt zu werden. Nicht nur amerikanische Präsidenten jetten spontan um den Globus, auch Mitarbeiter international engagierter Firmen unternehmen spontane Fernflüge, mein Nachbar tut es und sogar meine Bekannte aus Samoa tut es, wenn in ihrer samoanischen Familie etwas unvorhergesehenes passiert ist, das sie bewegt.

In allen Fällen benutzen diese um den Globus jettenden Menschen eine Infrastruktur, die überall gleich funktioniert und an städtische Strukturen angebunden ist, ohne die sie ihre Dienste nicht erfüllen könnte. In einem Werbetext mit der Überschrift „Ein besonderes Flair“ las ich folgende Charakterisierung von Flughäfen: „Es gibt keinen anderen Ort, der mir das gleiche Gefühl gibt, wie der Flughafen. Die Atmosphäre ist eine ganz besondere. Sie ist gefüllt mit unterschiedlichsten Emotionen. Von Vorfreude auf den Urlaub, ein Wiedersehen mit Geliebten oder eine Rückkehr zurück in die Heimat, die Sehnsucht nach der Ferne bis hin zu tränenreichen Trennungsschmerz. Von Flughafen zu Flughafen – es ist immer das gleiche Bild. Plötzlich laufen einem hier hunderte Nationen über den Weg, die alle nicht unterschiedlicher aussehen können. Doch haben wir alle etwas gemeinsam. Und zwar alle Gefühle, die ich eben beschrieben habe. Ich möchte sogar behaupten, dass Flughäfen uns vereinen. Ich finde es etwas ganz Besonderes diese Situation zu spüren. Für mich ist ein Flughafen das Tor zur „großen weiten Welt. …Wir alle bleiben hier an diesem Ort nur kurz, reisen weiter, aber nehmen jedes Mal Erinnerungen mit.“ Der Clou an dieser Werbeidee ist, dass die „große weite Welt“ für einen kurzen Moment in den „KristallpalastFlughafen geholt wird, ohne die Probleme der vielen Länder, deren Menschen hier zusammen kommen, wodurch die für Konsum nützliche Wohlfühlstimmung erzeugt wird, alle sind in dem Wunsch vereint, möglichst bald an das Ziel der Reise zu kommen, die Liebenden tragen den Trauernden mit, der Soldat trägt dem alten Mann aus Afghanistan den Koffer, ohne zu wissen, wie er zu den Taliban steht.

Es ist zu erwarten, dass jeder der vielen Menschen in einem Flughafen ohne lange zu zögern beschreiben könnte, was ein Flughafen ist, und die Antworten der Menschen würden weitgehend übereinstimmen. Anders wäre die Situation, wenn die Frage gestellt würde, was eine Stadt ist, obwohl vieles der genannten Merkmale für Flughäfen auch auf sie zutreffen. Jedoch käme niemand auf die Idee, dass alle Städte gleich sind, wie es für Flughäfen zutrifft. In einigen Aspekten sind sie ziemlich gleich, in anderen jedoch grundverschieden und es stellt sich daher die Frage, was macht den besonderen Charakter einer bestimmten Stadt aus? Die Städte selbst haben diese Problematik erkannt und haben das Stadtmarketing erfunden. Es verfolgt das Ziel, ein positives Image einer Kommune zu erschaffen oder zu festigen. Beim Stadtmarketing betrachtet man die Stadt wie ein Produkt, dessen attraktive Seiten besonders herausgestellt werden. Dabei wird versucht, einen besonderen Charakterzug oder ein Stadtmotto zu begründen, um eine dauerhafte Erinnerung beim Adressaten der Werbebotschaft zu erzeugen. So warb die bayrische Landeshauptstadt München in der Zeit von 1962 bis 2005 mit dem SloganWeltstadt mit Herz“. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gab 2005 den Anstoß für eine neue Imagekampagne der Stadt. Künftig wirbt sie für sich unter dem Slogan Munich Loves You / München mag Dich. Hierin deutet sich an, dass Stadtmarketing nicht unbedingt etwas über die Realitäten der Städte aussagt, sondern eher ein Versprechen darstellt oder nebensächliche Aspekte der Städte in den Blick rückt. Weiterlesen

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