New York – Eine Stadt wie ein Universum?

Die Situation der Stadt in interessanten Zeiten

Zu den feststehenden Begriffen der Menschheit gehörte – seit es Hochkulturen gibt – das Verständnis von Stadt. Zwar war dieses im Laufe der Jahrtausende auch erheblichen Wandlungen unterworfen, jedoch gab es bestimmte Merkmale, an denen sich der Begriff orientierte. Hierzu gehörten die Bindung an einen bestimmten Ort, die gegenüber der Nicht-Stadt wesentlich größere Zahl von Menschen auf relativ kleiner Fläche, das gemeinsame Verständnis von dem Ort an dem man/frau wohnte und der einen Namen trug, den jede(r) verstand. Weitere Merkmale, die nicht zwingend vorhanden sein müssen, jedoch in vielen alten Kulturen vorgefunden werden und in der europäisch geprägten Stadt typisch sind, bestehen in Arbeitsteilung und politischer Führung. Diese Konstanten werden nur selten – und wenn überhaupt – nur in unregelmäßigen Abständen unter großen politischen Diskussionen verändert, etwa wenn Städte zusammengelegt und/oder neu benannt werden. Selbst die auf niederer räumlicher Ebene vorgenommene Änderung von Adressen verursacht große Aufregung bei den Betroffenen. Weiterlesen

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Wertewelten der Spitzenkandidaten zur Europawahl 2019

Zur bevorstehenden Wahl zum europäischen Parlament gebe ich nachfolgend einige Hinweise zu den Spitzenkandidaten der aussichtsreichsten Parteien in Deutschland. Zu den einzelnen Personen werden die Wertewelten im System der Spiral Dynamics als Balkendiagramme dargestellt. Angaben zur Person und politische Steckbriefe der Kandidatinnen und Kandidaten können über Links zu entsprechenden Wikipedia-Artikeln abgerufen werden.

Die Wertewelten setzen sich aus den Wertesystemen nach dem Modell der Spiral Dynamics zusammen und können auf den verlinkten Seiten in diesem Projekt nachgelesen werden. Auf die Besonderheiten in den Profilen werde ich kurz hinweisen.

Konservative Kandidaten

Konservative Kandidaten

Manfred Weber ist CSU-Politiker und Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europa-Parlament. Er beabsichtigt, sich von dem neu gewählten Parlament zum Präsidenten der EU-Kommission – also zum Nachfolger von Jean-Claude Juncker – wählen zu lassen.

In seiner Wertewelt dominieren Rot und Grün neben einem starken Blau. Überraschend ist das starke Rot, das auf die populistischen und nationalistischen Bestrebungen in der EVP hinweist und insbesondere aus martialischen Tönen gegenüber Flüchtlingen gespeist wird. Das starke Grün ist Ausdruck der Bemühungen, die zerstrittenen politischen Kräfte innerhalb der EU hinter der Idee von Europa zusammenzuhalten.

Solche Sorgen bestehen bei Einzelkämpfern wie Bernd Lucke, der seine Vorstellungen von einem einseitig an Wirtschaftsinteressen interessen (Orange) orientierten Europa vertritt, nicht. Im Prinzip gilt das auch für den AfD-Kandidaten Jörg Meuthen, dessen Interesse durch das Wertesystem Blau bestimmt ist und entsprechende Ordnungsstrukturen schaffen will.

Sozialdemokratische Kandidaten

Sozialdemokratische Kandidaten

Der Niederländer Frans Timmermans ist der Gegenkandidat zu Manfred Weber und bewirbt sich ebenfalls um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.  Sein Werteprofil ist dem der deutschen SPD-Kandidatin Katarina Barley sehr ähnlich. Es dominieren bei beiden Grün und Blau mit einem leichten Übergewicht von Grün bei Timmermans. Mit diesem Profil weisen sich beide als originär sozialdemokratisch eingefärbt aus. Das als Gegenspieler anzusehende Blau lässt jedoch immer wieder Einbrüche des rechten Zeitgeists in das sozialdemokratische Biotop erwarten.

Anders sieht es bei Udo Bullmann aus, der sich eher auf der Welle deutscher Realitäten bewegt und sich mit Orange wohl eher in der Komfort-Zone des EU-Parlaments bewegt.

Grüne Kandidaten

Grüne Kandidaten

Die beiden Grünen -Spitzenkandidaten stellen sich jeder mit eigenem deutlichen Schwerpunkt da. Ska Keller mit einem starken Orange, das für individuellen Erfolg, Demokratie und Sachkompetenz steht. Sie kann sich mit dem Niederländer Bas Eickhout ergänzen, der einen nahezu gleich starken Schwerpunkt in sozialem und ökologischem Grün hat. Hier sind auch deutliche Energien in Gelb und Türkis zu sehen, die für die Koordination innerhalb der Entwicklungsspirale von Bedeutung sind.

 

 

 

Linke Kandidaten

Linke Kandidaten

Auch die Linke hat zur Wahrung der Geschlechter-Parität ein Spitzenduo zur Wahl gestellt. Auch dieses Duo hat je eigene Schwerpunkte, die sich nur graduell von denen des Grünen-Duos unterscheiden. Özlem Demirel hat eine starke Orientierung an Orange mit stärkeren Anteilen von Blau und Grün und schwächerem Orange als es bei Ska Keller zu sehen ist.

Dagegen ist das Wertebild für Martin Schirdewan nahezu identisch mit dem des Grünen-Kandidaten Bas Eickhout.

Auf Grund der weitgehenden Übereinstimmungen zwischen den Grünen- und Linken-Spitzenkandidaten ist eine Konkurrenz um die gleichen Wählerschichten zu vermuten, die allenfalls durch abweichende Akzentuierungen bei anderen Kandidaten abgeschwächt werden kann.

Liberale Kandidaten

Liberale Kandidaten

Es entbehrt nicht einer eigenen Komik, dass auch die beiden letzten Wertewelten einige Ähnlichkeiten aufweisen. Nicola Beer als frühere FDP-Generalsekretärin betritt neues Terrain und Martin Sonneborn als Satiriker will sein EU-Mandat erneuern lassen. Die Wertewelten dieser Kandidaten unterscheiden sich hauptsächlich in einem deutlich hervorgehobenen Rot bei der FDP-Kandidatin. Mit dem starken Orange und dem gegenüber Grün deutlich überwiegenden Blau sind die Wertesysteme aktiv, die den Status quo erhalten können. In dieser Konstellation ist allerdings ein starkes Rot eher als Beunruhigung zu sehen, statt als Impulsgeber zu dienen.

Insgesamt zeigt sich, das im Vergleich zu nationalen Parlamenten starke persönliche Einflüsse im EU-Parlament eine Rolle spielen, die mit der von diesen stark abweichenden Funktion des EU-Parlaments zu erklären sind, aber auch mit unterschiedlichen politischen Gemengelagen in den Herkunftsländern zu tun haben können.

 

 

 

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Themen der Zeit, deutsch betrachtet

Gesundheitspolitik als politischer Quotenbringer

Während die Medien in den letzten Wochen vermehrt auf ein baldiges Ende der großen Koalition in Berlin spekulieren, bringt diese Themen in die öffentliche Diskussion, die den Eindruck von politischer Schwäche Lügen strafen sollen. Zwei dieser Themen kommen aus dem Ministerium des CDU-Aufsteigers Jens Spahn und brachten auf Grund der bereits seit Jahrzehnten hierum geführten Meinungsstreitereien die Garantie mit, dass sie breites Echo erzeugen würden. Ohne aktuellen Handlungsdruck hat Spahn es geschafft, von den strittigen Vorhaben der Koalitionspartner im Gesundheitswesen wie Behebung des Pflegenotstandes, Neuregelung der Arzthonorare und Sicherstellung der medizinischen Versorgung in räumlicher und fachspezifischer Hinsicht abzulenken. Stattdessen diskutierte und diskutiert die Republik über die Widerspruchslösung zur Verbesserung der Bereitschaft zur Organspende und die geplante Impfpflicht für die Masernimpfung. Weiterlesen

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